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* Glaukom *




Inhalt
* Einleitung *
* Ursachen *
* Beschwerden *
* Diagnose *
* Behandlung *
* Wichtiger Hinweis *

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Einleitung
Das Glaukom ist eine Erkrankung mit charakteristischer Sehnervschädigung, bei der häufig der Augeninnendruck erhöht oder die Durchblutung des Sehnervenkopfes gestört ist.
Dadurch wird der Sehnerv irreversibel geschädigt.
Der Augeninnendruck kann akut ansteigen, wenn der Abfluss des Kammerwassers blockiert ist, oder aber durch krankhafte Veränderungen der Abflusswege langsam fortschreiten.
In jedem Fall droht unbehandelt der Verlust des Augenlichts.

Weil die meisten Glaukome keine Schmerzen verursachen, ist eine regelmäßige Messung des Augeninnendrucks bei jeder Konsultation des Augenarztes für die Früherkennung der Erkrankung besonders wichtig.
Das schmerzhafte akute Glaukom muss umgehend notfallmäßig behandelt werden.
Die Behandlung kann durch Kombination mehrerer Medikamente erfolgen, durch eine Laserbehandlung oder aber durch eine Operation.
Jeder zehnte an Glaukom Erkrankte erblindet.

Erhöhter Augeninnendruck schädigt die Sehnervpapille und die Netzhaut.
Mit steigendem Alter erhöht sich das Krankheitsrisiko.
Nach dem 40. Lebensjahr haben rund 2,4 Prozent der Menschen einen zu hohen Augendruck, mit 70 Jahren sieben Prozent.
Etwa 14 Prozent der über 80-Jährigen haben ein Glaukom.
In neun von zehn Fällen handelt es sich um ein Primäres Weitwinkelglaukom, nur bei fünf Prozent handelt es sich um einen akuten Glaukomanfall (Primäres Engwinkelglaukom).

Die Anlage zum Primären Weitwinkelglaukom ist erblich und betrifft in der Regel beide Augen.
Etwa 14 Prozent der über 80-Jährigen haben ein Glaukom.
Es ist nach der altersbedingten Makuladegeneration die zweithäufigste Erblindungsursache (Blindheit).
15 bis 20 Prozent aller Blinden haben ihr Augenlicht durch ein Glaukom verloren.
Der akute Glaukomanfall betrifft Frauen doppelt bis dreimal so oft wie Männer.
Das Risiko der Erkrankung ist im Alter zwischen 55 und 70 Jahren am größten.
Die früher für das Glaukom übliche Bezeichnung Grüner Star sollte nicht mehr verwendet werden, weil sie leicht zu Verwechslungen mit dem Grauen Star (Katarakt) führt.

Ursachen
Meist ist ein erhöhter Augeninnendruck die Ursache und Vorstufe eines Glaukoms.
Bei rund vier Prozent der Bevölkerung ist der Augeninnendruck zu hoch.
Normalerweise liegt der Augeninnendruck zwischen zehn und 21 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule).
Er kann akut ansteigen, wenn das Kammerwasser nicht abfließen kann, oder sich allmählich entwickeln, wenn krankhafte Veränderungen die Abflusswege verlegen.
Hoher Druck im Auge schädigt die Netzhaut und den Sehnerv.

Das Kammerwasser dient der Ernährung von Linse und Hornhaut.
Außerdem sorgt es durch den Augeninnendruck dafür, dass der Augapfel seine Form behält.
Das ist für die Transparenz und die gleichbleibende Krümmung der Hornhaut und damit für die Konstanz der Brechungskraft des Auges wichtig.
Jede Minute werden im Ziliarkörper 2,4 Kubikmillimeter Kammerwasser gebildet.
Es kommt von der Hinterkammer, das ist der Bereich hinter der Regenbogenhaut, umspült die Linse und gelangt durch das Sehloch (Pupille) in die Vorderkammer des Auges, das ist der Bereich zwischen Regenbogenhaut und Hornhaut.
Über das schwammartige Gewebe des Trabekelwerks, das am äußeren Rand der Hornhaut liegt, fließt der größte Teil des Kammerwassers schließlich über ableitende Wege ins Venensystem.

Primäres Weitwinkelglaukom
Beim Primären Weitwinkelglaukom ist trotz offenen Kammerwinkels der Widerstand gegen den Kammerwasserabfluss erhöht.
Der erhöhte Augeninnendruck entsteht immer durch unzureichenden Abfluss des Kammerwassers, nie jedoch wegen einer Überproduktion von Kammerwasser.
Der Sehnerv wird in Mitleidenschaft gezogen, und zwar einerseits durch die mechanische Beanspruchung und andererseits, weil der erhöhte Druck auch eine Verringerung der Durchblutung und damit eine unzureichende Versorgung von Sehnerv und Netzhaut verursacht.

Ein erhöhter Augeninnendruck allein macht aber noch keine Glaukomerkrankung aus, denn nicht jeder Mensch mit erhöhtem Augeninnendruck erleidet einen Schaden dadurch.
Manche Menschen haben jahrelang einen Druck von 22-25 Millimeter Quecksilbersäule, ohne einen Schaden zu erleiden.
Diese Menschen benötigen keine Behandlung, sollten aber alle drei bis sechs Monate zur augenärztlichen Kontrolle gehen, damit eine beginnende Schädigung nicht übersehen wird.

Akuter Glaukomanfall
(Primäres Engwinkelglaukom)
Beim Primären Engwinkelglaukom kommt es zu einem plötzlichen Verschluss der Abfluss-Strukturen des Kammerwassers und damit zum akuten Druckanstieg.
Der Augeninnendruck wird dabei sehr hoch und erreicht binnen kurzer Zeit Werte von 60 bis 80 Millimeter-Quecksilbersäule.
Ohne rechtzeitige Behandlung besteht die Gefahr der Erblindung, da sich der Druck nicht von selbst lösen kann.
Der Glaukomanfall ist ein Notfall und muss sofort vom Augenarzt behandelt werden, weil Gefahr für das Augenlicht besteht.

Das Primäre Engwinkelglaukom entsteht nur bei Personen, deren Augen bereits von Natur aus einen engen Kammerwinkel haben, das ist bei Weitsichtigkeit der Fall und wenn sie eine relativ große Linse haben.
Bei Pupillenerweiterung kann es zur Behinderung des Durchflusses im Kammerwinkel kommen.
Das Kammerwasser staut sich in der Hinterkammer und drückt dadurch die Basis der Regenbogenhaut gegen die Hornhaut.
Der Winkel wird dadurch zu eng für den Abfluss des Kammerwassers.
Bei Personen mit der Anlage zum Primären Engwinkelglaukom darf daher keine medikamentöse Pupillenerweiterung erfolgen.
Weitere Ursachen eines akuten Primären Engwinkelglaukoms können ein Ödem von Regenbogenhaut oder Ziliarkörper sein.

Sekundäres Glaukom
Auch bei den sekundären Glaukomen ist die Behinderung des Kammerwasserabflusses Ursache der Steigerung des Augeninnendrucks.
Sekundäre Glaukome können nach einer Verletzung des Auges entstehen, aber auch durch Augenentzündungen, durch Gefäßneubildungen im Auge etwa in Folge einer Zuckerkrankheit oder nach Verschlüssen der Netzhautvenen und nicht zuletzt als unerwünschte Wirkung einer Kortisonbehandlung.

Angeborenes Glaukom
Beim angeborenen Glaukom besteht eine verzögerte Entwicklung des Kammerwinkels während der Embryonalzeit.
Dabei lagert sich Gewebe im Kammerwinkel an und blockiert den Abfluss des Kammerwassers.
Erkennbar ist das angeborene Glaukom an der Lichtscheu der Kinder, deren Augen stark tränen.
Im späteren Stadium ist der Hornhautdurchmesser des betroffenen Auges größer als beim anderen Auge.
(Die schönen großen Augen von Kindern können ein Alarmzeichen sein!)
Wird die Erkrankung übersehen, droht die Erblindung.
Im Verdachtsfall muss der Augenarzt eine Druckmessung vornehmen, während das Kind in Vollnarkose ist.

Vorbeugung
Bei Personen mit einer Anlage zum Glaukomanfall dürfen bei Augenuntersuchungen die Pupillen nicht mit Medikamenten erweitert werden, damit kein Glaukomanfall ausgelöst wird.
Andere Risikofaktoren, gegen die man sich schützen könnte, sind nicht bekannt.

Früherkennung
Das Primäre Weitwinkelglaukom bemerkt der Betroffene selbst nicht.
Damit die Erkrankung trotzdem frühzeitig erkannt werden kann, ist es notwendig, dass der Augenarzt bei jeder Konsultation den Augeninnendruck misst (Messung des Augeninnendrucks), die Papille spiegelt (Untersuchung mit dem Augenspiegel) und, wenn sich der Verdacht auf ein Glaukom erhärtet, eine computergesteuerte Gesichtsfelduntersuchung ( Perimetrie) durchführt.
Nur durch diese jährlich durchgeführten augenärztlichen Vorsorgeuntersuchungen kann ein Glaukom rechtzeitig entdeckt werden.

Beschwerden

Primäres Weitwinkelglaukom
Die häufige chronische Form des Glaukoms kommt schleichend, ohne dass Betroffene Beschwerden bemerken.
Auch die Ausfälle des Gesichtsfelds werden meist lange Zeit nicht wahrgenommen.
Wenn die Symptome auffällig werden, sind meist bereits schwere Schäden am Sehnerv entstanden, die nicht mehr rückgängig zu machen sind, und es droht die Erblindung des Auges.
Nach mehreren Jahren erblindet das Auge völlig, wenn es unbehandelt bleibt.

Akuter Glaukomanfall
(primäres Engwinkelglaukom)
Beim Primären Engwinkelglaukom hingegen schmerzt das Auge durch den plötzlich ansteigenden Augeninnendruck und verursacht eine Notfallsituation.
Beim Primären Engwinkelglaukom leidet der Betroffene unter heftigen dumpfen Schmerzen im Auge und halbseitigen Kopfschmerzen.
Die Schmerzen können über den ganzen Kopf und den Oberkörper ausstrahlen.
Er bemerkt eine Sehstörung, sieht alles wie im Nebel oder sieht bunte Farbringe um Lichter.
Der Augapfel ist tastbar hart wie Stein.
Die Bindehaut ist gerötet, die Blutgefäße auf der Lederhaut sind erweitert.

Die Hornhaut wird durch ein Ödem matt getrübt, die Pupille ist groß und nicht mehr kreisrund.
Die Farbe der Regenbogenhaut erscheint durch die stärkere Durchblutung andersfarbig.
Der akute Glaukomanfall ist ein dramatisches Ereignis, bei dem sich der Allgemeinzustand des Betroffenen rasch verschlechtert.
Angeborenes Glaukom Kinder mit angeborenem Glaukom wenden sich vom Licht ab, haben tränende Augen und immer wieder einen Lidkrampf.
Auch besonders große Augen können ein Alarmzeichen sein.
Eine Operation kann die Sehfähigkeit des Kindes erhalten.

Diagnose

Vier Untersuchungen sind für
die Diagnose des Glaukoms nötig:
Bei der Augeninnendruckmessung wird die Höhe des Augeninnendrucks festgestellt.

Bei der Untersuchung mit dem Augenspiegel (Ophthalmoskopie) wird der Zustand der Papille ermittelt.
Sind Sehnervenfasern zugrunde gegangen, zeigt sich das an einer Aushöhlung der Durchtrittstelle des Sehnervs am Augenhintergrund.
Von den insgesamt 1,1 Millionen Nervenfasern, die zusammen den Sehnerv bilden, können 300.000 bis 400.000 zerstört sein, noch ehe der Betroffene eine Einschränkung seines Gesichtsfeldes bemerkt.
Die Aushöhlung der Papille aber ist bei der ärztlichen Untersuchung schon früher sichtbar.

Bei der Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) stellt der Arzt das Ausmaß der Einschränkung des Gesichtsfeldes fest.
Zu Beginn der Erkrankung bleibt vorerst die zentrale Sehschärfe erhalten, weshalb die Sehverschlechterung anfangs unbemerkt bleibt.

Bei der Kammerwinkeluntersuchung (Gonioskopie) sieht der Arzt, ob der Kammerwinkel offen oder verlegt ist und ob krankhafte Gefäßneubildungen aufgetreten sind.

Behandlung

Personen, die einen erhöhten Augeninnendruck haben, benötigen nicht unbedingt eine Behandlung.
Sie sollten aber alle drei bis sechs Monate zur augenärztlichen Kontrolle gehen, damit eine beginnende Schädigung rechtzeitig erkannt und nicht übersehen wird.

Ob eine Behandlung nötig ist, muss der Augenarzt oder die Augenärztin abschätzen.
Die Wahrscheinlichkeit, bei einem erhöhten Augeninnendruck einen Glaukomschaden zu erleiden, ist besonders hoch, wenn bei der ärztlichen Abklärung ein oder mehrere dieser Risikofaktoren festgestellt werden:

bereits eingetretener Glaukomschaden am anderen Auge,

große Aushöhlung der Papille,

Streifenblutung am Rand der Papille,

Kurzsichtigkeit von mehr als -5 Dioptrien,

Glaukom bei direkten Verwandten 1. Grades,

erhebliche Herz-Kreislauferkrankungen,

zu starker Abfall des Blutdrucks in der Nacht,

bei einer Neigung zu Gefäßkrämpfen in den kleinsten Gefäßen (so genannten Vasospasmen; Betroffene haben sehr oft kalte Hände und Füße),

Nachweis eines Glaukom-Gens,

älter als 70 Jahre.

Werte von 26 mmHg und mehr werden in der Regel behandelt, auch wenn keine Schädigung erkennbar ist.
Andererseits gibt es Menschen, die schon bei normalen Druckverhältnissen einen Glaukomschaden (Normaldruckglaukom) bekommen.

Primäres Weitwinkelglaukom
Die Senkung des Augeninnendrucks ist derzeit der einzige Angriffspunkt für eine Therapie.
Ziel der medikamentösen Therapie ist die dauerhafte Senkung des Augeninnendrucks, um eine Schädigung des Sehnervs und der Versorgung der Netzhaut zu verhindern.
Es ist aber nicht erwiesen, ob die Absenkung des Augeninnendrucks unter die obere Normgrenze von 21 mmHg immer einen Glaukomschaden verhindern kann.

Bei Menschen, die schon bei normalem Augeninnendruck-Niveau einen Glaukomschaden erleiden, kann es nötig sein, den Druck unter den Normalwert zu senken.
Der angestrebte Augeninnendruck muss umso niedriger sein, je geringer der Druck war, bei dem bereits Schädigungen eingetreten sind.
Nicht ein bestimmter Wert des Augeninnendrucks wird bei der Behandlung des Glaukoms angestrebt, sondern der Erhalt des Sehvermögens.
Wenn die medikamentöse Behandlung nicht ausreicht und bei fortgeschrittenen Glaukomerkrankungen, ist eine Lasertrabekuloplastik oder eine Filtrationsoperation nötig.
Die Operation ist wirksamer als die medikamentöse Drucksenkung und die Laserbehandlung.

Heilungschancen
Ein einmal eingetretener Schaden durch Einschränkung des Gesichtsfeldes kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Die Regulierung des Augeninnendrucks und die Stabilisierung des Gesichtsfeldes müssen für jeden Betroffenen individuell erfolgen.
Die medikamentöse Therapie muss zeitlebens vorgenommen und regelmäßig überprüft werden.
Auch heute noch erblindet etwa jeder zehnte Glaukomkranke.

Medikamentöse Behandlung
Für die medikamentöse Behandlung sind Betarezeptorenblocker, welche die Produktion von Kammerwasser verringern, die Mittel der Wahl.
Weiters werden lokal anwendbare Karboanhydrasehemmer Dorzolamid und Prostaglandinsynthesehemmer Latanoprost und ähnliche angewendet.
Als weiteres Mittel kann die Adrenalin-Vorstufe Dipivefrin angewendet werden, wenn etwa Betarezeptorenblocker wegen der blutdrucksenkenden Wirkung nicht vertragen werden oder weil eine Gewöhnung die Wirkung des Medikaments verringert hat.
Kurzfristig kann auch ein lokaler alpha-2-Rezeptoren-Agonist sinnvoll sein.

Chirurgische Maßnahmen
Lasertrabekuloplastik:
Mit einem Argon-Laser wird punktförmig auf die Region des schwammartigen Abflussgewebes des Kammerwassers, des Trabekelwerks, gezielt.
Die danach entstehenden Narben bewirken einen Zug auf das benachbarte Maschenwerk und damit eine Verbesserung des Abflusses.
Dadurch wird eine Augeninnendruck-Senkung bewirkt.
Allerdings hält die Wirkung nicht dauerhaft an.

Filtrationsoperation:
Ziel der Operation ist die Schaffung eines neuen Abflussweges für Kammerwasser unter die Bindehaut.
Von dort wird es von den Lymphgefäßen und den Venen abgeleitet.
Dadurch wird der Funktionsverlust der natürlichen Abflusswege ausgeglichen und der Augeninnendruck reguliert.
Der Operateur schneidet im Bereich des Trabekelwerks eine rechteckige oder runde Öffnung durch die Lederhaut zur vorderen Augenkammer.
Der Kammerwasserabfluss wird teilweise durch den entstehenden Deckel wieder abgedeckt und damit gedrosselt, sodass das Kammerwasser nur langsam durchsickern kann.
Darüber wird die Bindehaut wasserdicht zugenäht.
Das abfließende Kammerwasser wölbt daraufhin die Bindehaut etwas auf, diese Stelle, Sickerkissen genannt, wird vom Oberlid bedeckt und geschützt.
Durch die Filtration von Kammerwasser unter die Bindehaut entsteht eine diffuse Anhebung der Bindehaut im Filtrationsbereich, ein so genanntes Filterkissen.

Risiken und Komplikationen
Eine Eröffnung des Auges birgt immer ein gewisses Risiko durch Infektion in sich, die Komplikationsrate ist aber sehr gering.
Das Hauptproblem der Operation besteht in der Wundheilung.
Bei jedem fünften Betroffenen führt die Vernarbung zum teilweisen oder völligen Verschluss der operativ angelegten Öffnung in der Lederhaut, sodass der Augeninnendruck wieder ansteigt.
Die verstärkte Kollagen- und damit Narbenbildung kann medikamentös mit Antimetaboliten gebremst werden.

Akuter Glaukomanfall
(Primäres Engwinkelglaukom)
Als Sofortbehandlung eines akuten Glaukoms werden als "Hausmittel", dessen Wirkung jedoch nicht wissenschaftlich geprüft ist, ein bis zwei Gläschen eines hochkonzentrierten alkoholischen Getränks empfohlen.

Die entwässernde Wirkung des Alkohols soll für eine Entlastung des Auges sorgen.
Bei der Untersuchung mit der Spaltlampe kann der Augenarzt versuchen, den Winkel durch gezielten Druck auf das Auge zu öffnen.
Für die medikamentöse Therapie werden vier verschiedene Methoden gleichzeitig angewendet:
Mittel der Wahl ist die Einnahme von Azetazolamid in Kombination mit Betarezeptorenblocker-Tropfen (hemmen die Bildung von Kammerwasserflüssigkeit) und Pilokarpin-Tropfen (verengen die Pupille und öffnen so die Abflusswege für das Kammerwasser).

Reagiert das Auge auf den Glaukomanfall mit einer starken Entzündung, können Kortikoid-Tropfen helfen.
Falls diese Behandlung nicht ausreicht, wird zusätzlich die Therapie mit Mannitol-Infusionen zum Wasserentzug empfohlen.
Bei entsprechender Behandlung ist innerhalb von ein bis zwei Stunden mit einer Normalisierung des Augeninnendrucks zu rechnen.

Nachbehandlung
Weil eine medikamentöse Nachbehandlung nach Beseitigung des akuten Glaukomanfalls als zu unsicher gilt, wird häufig mit dem Laser eine Iridotomie angelegt oder operativ eine Iridektomie vorgenommen, um einen neuerlichen Anfall zu verhindern.
Vorbeugend wird auch das zweite Auge operiert, wenn der Kammerwinkel in beiden Augen eng ist.
Eventuelle Verklebungen im Bereich des engen Kammerwinkels werden mit Hilfe der Filtrationsoperation beseitigt.

Iridotomie:
Eine künstliche Irislücke kann auch mit einem hochenergetischen Infrarot-Laser hergestellt werden, ohne den Augapfel zu eröffnen.

Iridektomie:
Die Operation schafft einen Durchfluss zwischen hinterer und vorderer Kammer.
Dazu wird eine kleine Öffnung in die Iris in der Nähe der Wurzel geschnitten.

Sekundäre Glaukome
Die Behandlung von sekundären Glaukomen ist schwieriger und hat schlechtere Heilungschancen als die Behandlung der anderen Glaukomformen.
Die Behandlung mit Medikamenten ist schwieriger.
In den meisten Fällen wird eine Trabekulektomie vorgenommen, dabei werden die Abflusswege mit einer Sonde eröffnet.
Die Vernarbungsprozesse werden medikamentös gehemmt.
Neben der Behandlaung der Grundkrankheit (Ursachen) wird zu den bereits beschriebenen Operationen auch manchmal eine Laser- oder Kältebehandlung des Ziliarkörpers notwendig, um die Produktion des Kammerwassers und den Augeninnendruck zu verringern.

Angeborenes Glaukom
Eine Behandlung mit Medikamenten ist nicht möglich.

Operation:
Durch Operation kann bei vier von fünf Kindern der Druck normalisiert werden.
In den meisten Fällen wird eine Trabekulektomie gemacht und das missgebildete Trabekelwerk mit einer Sonde eröffnet.
Schon beim wenige Tage alten Kind kann die Goniotomie durchgeführt werden.
Bei dieser Operation wird das störende Gewebe im Kammerwinkel zerteilt.
Sie sollte möglichst frühzeitig durchgeführt werden, weil dann die ableitenden Wege noch nicht als Folge des Überdrucks verschlossen sind.
Die Goniotomie sollte nur in dafür eingerichteten Augenkliniken durchgeführt werden.

Experten für die Seite:
Univ. Prof. Dr. med. Gerhard Schuhmann (Augenheilkunde)
Univ. Prof. Dr. med. Andreas Wedrich (Augenheilkunde)
Univ. Prof. Dr. Leopold Schmetterer (Pharmakologie).

Quellenangabe des Berichtes:

© 2001 Wort & Bild Verlag
Konradshöhe GmbH & Co. KG

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An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bedanken, dass ich Berichte aus dieser Fachzeitschrift für meine Homepage verwenden darf


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Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.
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