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 Kein Schwein ruft mich an! gewidmet den Kranken, Senioren, aber auch jungen Menschen |
Ein Besucher meiner Homepage hatte mir die Texte zu "Kein Schwein ruft mich an" gemailt. Obwohl er den Autor nicht benannt hat, habe ich mich entschlossen, die sehr tiefsinnige Geschichte an Sie doch weiter zu geben.
Kein Schwein ruft mich an...
so beklagt sich der Sänger Max Raabe in
seinem gleichnamigen Lied, und er fährt fort: "und ich frage mich, denkt gelegentlich, jemand mal an mich?" Auch ich ertappe mich dabei, dass ich mir diese Frage stelle: Dass ich sofort zum Briefkasten eile und den Anrufbeantworter abhöre, wenn ich nach Hause komme. Vielleicht hat ja inzwischen jemand versucht, mich zu erreichen. Dass ich sofort den Computer anschalte, wenn ich wieder zuhause bin, um nach möglichen Mails zu sehen. Vielleicht hat ja jemand an mich gedacht.
Meistens ist die Enttäuschung jedoch groß, denn oft handelt es sich bei meiner Post nur um Werbesendungen oder um weitere Arbeitsaufträge: keine langersehnte Nachricht von einem guten Freund, keine nette Einladung zu einem erfreulichen Ereignis. Und ich denke vielen Menschen geht es ebenso.
Trotz der vielen Möglichkeiten, die wir modernen Menschen für die Kommunikation haben, erleben wir eine Armut an wirklicher Anteilnahme und Aufmerksamkeit. Erleben wir, dass wir zwar viele Formen von Kommunikation haben, dass uns unzählige Nachrichten Tag für Tag erreichen, aber dass nur wenig von Herzen kommt, und nur wenig uns zu Herzen geht.
Wir erleben, dass wir häufig nicht nur allein, sondern tatsächlich einsam sind. "Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt", so lautet ein Sprichwort. Stimmt das? Zum einen schon, denn es liegt natürlich auch an mir auf Menschen zuzugehen, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Da sind aktive Schritte nötig, um die Tür der Gefängniszelle "Einsamkeit" zu öffnen: Schritte in denen ich das offene Gespräch suche, mit Freunden, mit dem Partner, Schritte, in denen ich Orte der Gemeinschaft aufsuche und mich anderen öffne. Immer mit dem Risiko, enttäuscht und zurückgestoßen zu werden. Ohne eigene aktive Schritte geht es nicht.
Zum anderen mache ich auch die Erfahrung, dass ich es allein nicht schaffe. Ich brauche den ermunternden Anruf des anderen, die geschriebenen Zeilen des Freundes, oder die Kurznachricht, die mich wissen lässt: Ich bin nicht vergessen. Ich bin anderen wichtig. Die Bibel ist übrigens voll von Zusagen und Verheißungen, dass wir Menschen Gott wichtig sind. Deshalb ist die Bibel für mich eine Kraftquelle, wo ich Zuspruch und Ermutigung tanken kann, auch wenn das Telefon stillsteht und der Briefkasten leer bleibt.
Im Buch der Psalmen, im 115. Psalm Vers 12, heißt es von Gott: "Der Herr denkt an uns und segnet uns!" Gott denkt an mich. Er sieht mich. Er weiß, wie es um mich steht. Er kennt meine Freude und kennt meine Angst. Und ich bin ihm wichtig. Gott denkt an mich und segnet mich: das gibt mir die Kraft, mein Leben zu gestalten. Das macht keine meiner Freundschaften überflüssig.
Aber ich lerne, mit meiner eigenen Einsamkeit umzugehen. Ich fasse wieder Mut, die Beziehungen meines Lebens zu gestalten. "Und ich frage mich, denkt gelegentlich, jemand mal an mich" - ich möchte sie einladen, nicht nur bei dieser nüchternen Feststellung stehen zubleiben, sondern sich im Gebet Gott anzuvertrauen, und darin die Kraft zu finden, auf andere Menschen wieder zuzugehen. Sich zu öffnen, und Gemeinschaft zu wagen.
Hilf mir, Gott, zu dir zu rufen. Und dann schenke auch die Erfahrung, dass deine Hilfe nicht ausbleibt. Gib, dass ich Menschen finde, die mit mir gehen, mich verstehen und mittragen. Und lasse mich selbst zu einem solchen Menschen werden, der anderen die Hände reicht, Zeit für sie hat, und gute Worte findet. Umgib mich mit deiner Liebe, die mich stark macht - damit ich für andere zum Segen werden kann.
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