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Teil 2
Mitwirkende ( Personen und Haustiere ) - Rahmenhandlung -
Jamas: Enkel von Karik
Karik: Großvater von Jamas
Hella: Lieblingskatze von Jamas
Raya: alte Hündin vom Großvater Karik
Mitwirkende: (im vom Großvater Karik erzählten Katzenmärchen)
Katzanien: Ort der Handlung / das "Katzenparadies"
Rashan: dorfältester Kater
Tarik: ältester Kater im Nachbardorf
Sura: Kater / Arzt
Rayad: Kater / Lehrer
Lilian: Frau von Kater Pompo
Pompo: Kater / Sohn von Katze Isa und Kater Jasper
Ivo: Bruder von Pompo
Ria: Frau von Kater Ivo
Roman: Sohn von Ivo und Ria
Isa: Mutter von Pompo
Jasper: Vater von Pompo
Karija: alte, weise Katze
Zitat:
Lied / Musik Ximeroni
(altes, griechisches Volkslied, übersetzt aus dem Griechischen ins Deutsche: "Tagesanbruch"
Die Autorin, Frau Ingrid Heinrich,
 stellt mir Ihre Werke kostenfrei zur Verfügung und so ist es Ehrensache, dass ich hier auf ihre Homepages:
www.kreativausflug.de
www.kreativausflug.de/pageID_940320.html
www.vitasoma.com/200532
www.outsourcing-heinrich.de
hinweise.
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* Fortsetzung * Unermüdlich tobte der Orkan
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. . . Mit seinem Gewissen über den Verbleib der Tiere war er immer noch nicht im Reinen. Was sollte er nur mit der alten, treuen Hündin Raya machen?
Seine Gedanken kreisten um das eine Thema: sollte er sie wirklich mitnehmen oder zurücklassen ? N i e m a l s könnte er Raya das Leben nehmen, obwohl dieses im Krieg vielleicht für das Tier das Vernünftigste gewesen wäre. Sie sollte nicht unnötig leiden, sich quälen oder in die Hände von Soldaten fallen. Er seufzte, "die Natur" -
so dachte er letztendlich "wird vielleicht einen Ausweg zeigen !"
Er gab sich innerlich einen Ruck und beschloß dann, seine Hündin doch mitzunehmen. Früher hatte sie erfolgreich Kaninchen gejagt. Mit viel Mühe und Ausdauer hatte er Raya diese Unart abgewöhnt. Wird sie sich an ihre Jagdkünste und Jagdleidenschaft zurückerinnern, wenn sie in den Bergen Hunger bekommt und zum ersten Mal in ihrem Hundeleben von Karik kein Futter mehr gereicht bekommt?
Und, - wie sollte er seinem Enkel erklären, dass die eigenen Interessen im Krieg vorgehen und die Tiere nicht mit den Lebensmitteln gefüttert werden sollen? Den Sinn eines Krieges könnte er seinem Enkel nie erklären, aber er fand bestimmt genug Worte, den Unsinn eines Krieges zu
erläutern. Karik's Blick glitt nach draußen - durch das zersprungene Fensterglas - und tastete bei dem fahlen Mondlicht ein letztes Mal jeden vertrauten Stein und jeden liebgewonnenen Strauch ab! So, als wolle er sich alles noch einmal ganz genau einprägen. Wie wird ihr Zuhause wohl aussehen, wenn sie - sobald der Krieg vorrüber war -
zurückkehren werden - und wird es überhaupt eine Rückkehr geben?
Die beiden Esel standen bereits gesattelt und bepackt im Stall. In den Packtaschen hatte Karik auch Bücher verstaut, denn Jamas sollte in der Zwischenzeit in den Bergen etwas lernen. Sein Gewehr mit einem angemessenen Munitionsvorrat hatte er ebenfalls auf die Packtiere geschnallt. An diesem Tag hatte der Großvater ein letztes Mal für lange, lange Zeit frisches, kräftiges Brot gebacken. Der Duft lag noch im Raum. "Das ist Zuhause", dachte Karik.
Lise, die kleine Ziege, wird die nächste Zeit für gute Milch sorgen. Sie war genügsam und fand bestimmt Nahrhaftes oben in den Bergen. Ein langer beschwerlicher Weg lag vor ihnen, doch Karik schmunzelte in sich hinein, denn mit den genügsamen Tieren hatten sie
eine bessere Überlebenschance als Andere mit ihren empfindlicheren Pferden, die viel gutes, nahrhaftes Futter benötigten. Seine Esel fraßen auch trockenes, verdörrtes Gras. Eine kleine Ziege war im Krieg viel mehr Wert als eine hochgezüchtete Kuh. Bescheidenheit wird sich in dieser harten Zeit zum ersten Mal in ihrem Leben auszahlen.
Der Großvater sorgte aufopfernd und liebevoll für seinen Enkel. Er hatte ihm Mutter und Vater zu ersetzen, denn seine Mutter verstarb zwei Jahre nach der Geburt und sein Vater war eines Nachts verschwunden und kam nie wieder zurück. Beide waren in dieser Einöde aufeinander angewiesen. Die nächsten Nachbarn waren zwei Tagesritte entfernt.
Jamas mußte schneller erwachsen werden, als andere Kinder in seinem Alter, damit er im Ernstfall schon in jungen Jahren auf dem Hof alleine fertig werden konnte. Für Karik war jeder neue Tag in seinem Alter wie ein Geschenk. In dieser Nacht zweifelte Karik zum ersten Mal an seinem Glauben. Wenn es nun wirklich einen Gott gibt, warum ließ er dann einen Krieg zu ? War der Orkan in dieser Nacht etwa ein Zeichen von ihm, dass nur ER ALLEIN die Macht zur Zerstörung der Natur und der Lebewesen auf der Erde habe? War nicht jede Boe eventuell Ausdruck seines
Zornes über den bevorstehenden Schaden, den der Mensch, der die Krone der Schöpfung zu sein wagt, an der Natur anzurichten gedachte?
Traurig dachte der Großvater an die Not der zahlreichen Verletzten und unschuldigen Opfer. Karik wurde aus seinen Gedanken an das bevorstehende Elend aller Menschen gerissen, denn Jamas bettelte um eine Gutenachtgeschichte. Karik wußte, dass gerade aus der Not heraus die stärkste Schaffenskraft entstehen kann und Kreativität, die Blume, die aus dem Nichts auf dem kargsten Boden empor wächst, so manch düstere Zukunft erhellen und bewältigen kann.
So legte er sein Buch zur Seite, um sich - zwar mit Mühe - auf Jamas konzentrieren zu können, um für den Jungen ein Katzenmärchen aus dem Nichts entstehen zu lassen. Im schwachen Schein der Kerze konnte Jamas die herabkullernden Tränen seines Großvaters nicht erkennen. Dieser begann, ein Katzenmärchen von einer Traumwelt zu erzählen, in der eigentlich Sorgen und Probleme keinen Platz haben sollten, doch Karik versuchte stets in seinen Märchen etwas von seiner Lebensweisheit mit einzuflechten, damit sein Enkel auf diese Weise spielend vom Ernst des Lebens lernen konnte. Abends, wenn Jamas dann schlief, schrieb Karik die Märchen für ihn auf, als eine bleibende und persönliche Erinnerung an seinen Großvater. In einigen Jahren wird Jamas die Erzählungen
seines Großvaters sicherlich noch besser verstehen können.
Die Zeit bis zum Tagesanbruch wurde knapp und Karik begann zu erzählen:
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Einst gab es nicht nur ein Paradies für Menschen ! Es gab auch einmal ein Katzenparadies. Dieses lag im Lande K A T Z A N I E N,
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weit, weit weg von hier, in den tropischen Breitengraden unserer seinerzeit noch schönen Erde. KATZANIEN existierte vor vielen abertausend Jahren und einer Nacht, - der heutigen Nacht !
In Katzanien waren die Bäume alle groß, breit im Stamm und sehr knorrig. Am Fußende bildeten kräftige Wurzelausläufer über dem Boden merkwürdige hohle Gebilde, die von Pflanzen überwuchert waren. Diese Baumwurzelhöhlen wurden in Katzanien von den Katzen bewohnt. Das Klima war warm und die Vegatation urwaldähnlich. Herrliche blühende Schlingpflanzen wanden sich an den Bäumen bis zur Baumkrone empor. Die orchideenartigen, großen Blüten dieser Schlingpflanzen waren von schönster, leuchtendster Farbenpracht. Sie verströmten einen süßlichen und betörenden Duft.
Zwischen den Farnen im Unterholz wuchsen viele Pilzsorten. Unter den großen Farnwedeln suchten die Katzen Schutz vor dem Regen, wenn sie im Wald von einem Tropenschauer überrascht wurden. Nur die kleinen, roten Pilze waren zart und eßbar. Die anderen Pilzarten waren giftig. Doch die giftigsten Pilze dufteten am köstlichsten und waren daher für die Katzenkinder voller Versuchung.
Rashan, der Dorfälteste aller Kater, mahnte immer wieder, dieser Versuchung zu widerstehen. Er genoß bei allen Katzen seines Dorfes in Katzanien großes Ansehen. Seine Weisheit war hoch geschätzt. Einst war er ein stolzer schwarzer Kater gewesen, jetzt im Alter hatte Rashan einen grauen Kopf bekommen. Seine Lebensaufgabe war es, sein Katzenvolk auf dem Weg zum von ihm angesteuerten Ziel zu begleiten, dem Zusammenleben in völliger Harmonie mit gegenseitiger Hilfsbereitschaft. In seinem Alter ließ er alle Katzen an seinem Seelenfrieden teilhaben und das Glück, welches er damit seinem Volk schenkte, bekam er tausendfach wieder zurück.
Für jedes Problem hatte er ein offenes Herz und ein geduldiges Ohr. In Katzanien hatten die Katzen alle ein kurzes Fell. Bei dem tropischen Klima hatten sie nie Kälteeinbrüche zu befürchten, denn auch nachts war es warm. Das kurze Fell war wasserabstoßend, denn es gab Wetterperioden, da regnete es tagelang. Ein langer buschiger Schwanz wurde bei übermäßiger Sonnenglut hoch über den Rücken und den Kopf getragen. So spendete er der Katze Schatten. Die Natur hatte ihre ganze Liebe und Freude an der Schöpfung in vielen bezaubernden Fellfarben zum Ausdruck gebracht. Es gab pechschwarze Katzen mit roten Tupfen im Fell, weiße mit schwarzen Tupfen oder silberne Katzen mit schwarzem Schwanz. Die Augen hatten einen klaren Goldton oder leuchteten in einem magischen Türkis.
Die Katzen in Katzanien waren sehr geschickt und hatten äußerst bewegliche Pfoten. Sie ernährten sich von den roten, kleinen Pilzen im Wald, die sie im Mäulchen in ihre Höhlen trugen und im Schatten ihrer Unterkunft verzehrten. Auch gab es im Wald herrliche Beerenfrüchte und nahrhafte Nüsse. Mit den Pfoten ließen sich die Nußschalen aufklappen, so dass sie - wie eine Walnuß - in zwei Hälften auseinanderfielen.
  Am kommenden Freitag wird Ihnen Teil 3 dieser wundervollen "Katzengeschichte" zur Verfügung stehen.
Die Katzen und ich freuen uns über Ihren Besuch.
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* HIER... Teil 1 * Teil 2 *
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"Archiv.2004"
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