Soll Sie nachdenklich machen!
Soll Sie nachdenklich machen!

Laika

Die Katze
vom Planeten Julitta





Was glauben Sie,


wie die Katzenmärchen entstanden sein könnten?
Warum können Katzen nicht sprechen und warum
machen sie nur Miii-aauu?
Wie kam die Menschheit an den Hausgenossen Katze?
Woher kommt dieses schmusige Wesen mit solch mystischer Geschichte?

In einer entfernten Galaxie gab es den Planeten Julitta, der genau wie die Erde von Menschen und anderen Lebewesen bewohnt war.
Die Kätzchen waren sich untereinander einig:
die Entwicklung immer weiterer neuer Gesetze empfanden sie als eine Unart des Menschen.
Unter ihnen zählten Werte wie Freundschaft, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft mehr, als ein Gesetz.
Wer niemals stiehlt, betrügt, lügt oder andere körperlich oder seelisch verletzt, kann im Leben auf Julitta nichts falsch machen - oder doch?
Sie verstanden diese neue Freizeitbeschäftigung der Menschen - viele Gesetze schaffen - überhaupt nicht.


Als die Menschen anfingen, über ein Gesetz zur Durchsetzung der Abschaffung und Tötung einiger Tierrassen zu diskutieren, entstand erhebliche Unruhe unter den Katzen.
Im Ort, wo Laika wohnte, gab es einen alten Krämerladen.
Bei Opa Gustav gab es oft so manche Leckerei und er tröstete seine vierbeinigen Freunde, wenn sie wieder von einem neuen Gesetz erfuhren und sich bei ihm aussprachen.
Bei Opa Gustav schien die Welt noch in Ordnung zu sein.
Bei ihm konnte man von der Zigarre bis zum Päckchen Mehl fast alles kaufen.

Die größte Sorge der Katzen war, dass es auf Julitta bald gar keine Freundschaften mehr gab, weil der eine dem anderen nicht mehr traute.
Die Menschen waren durch das Befolgen ihrer Gesetze scheu und zurückhaltend geworden.
Die seelischen rangierten in der Medizin über körperliche Krankheiten
auf Platz 1.

Laika klagte im Namen der ganzen Katzenschar gegenüber dem gemütlichen Opa Gustav das gesamte Leid, dass ihre Katzenseelen immer mehr belastete und bedrückte.
Opa Gustav zog genüsslich an seiner alten Pfeife.
Er nahm dieses alles als gegeben hin, wusste er doch nicht, wie viel er an Zeit noch vor sich hatte, ein paar Monate, ein Jahr oder etwa noch mehrere Jahre?
Seine Gesundheit war leider nicht mehr die beste.
Aber dadurch, dass er sich von den Menschen zurückzog und sie nur noch als Kunden ansah, stand er über den Dingen und hatte seine Ruhe.

So fragte ihn Laika, was Freundschaft den Menschen bedeutet hat, bevor es die Gesetze gab.
Opa Gustav antwortete:
"Freundschaft war etwas, was auch ohne Worte nur mit Schweigen möglich war.
Eine Freundschaft hatte man ohne Eigennutz, sie war wie das andere ICH, Vertrauen zueinander ohne Unaufrichtigkeiten war unter Freunden schon wichtig, dass Freunde die gleiche Sprache beherrschten, war bedeutungslos.
Die Freundschaft hatte den Wert eines Schatzes und bot die Sicherheit einer Burg.
Eine Freundschaft konnte wachsen, so wie Saat auf dem Ackerland emporwächst.
Man half sich gegenseitig, tolerierte menschliche Eigenarten und Fehler, man erwies sich untereinander kleine Aufmerksamkeiten, respektierte die Meinung des Anderen, war auch in Zeiten von Krankheit und Not füreinander da, man wurde mit seinen Freunden zusammen alt und man erfreute sich an den gemeinsamen Erinnerungen!"

Die Katzen hörten verwundert zu und erkannten Ähnlichkeiten zu ihrer Lebensweise.
"Warum hat dann der Mensch kürzlich hier die Gesetze geschaffen?" wollte Laika wissen.
Opa Gustav zuckte mit den Schultern und schüttelte nachdenklich seinen Kopf.
Er vermutete als Ursache einen Virus namens "Perfektionismus" oder "Angst".
"Hoffentlich stecken sie uns nicht alle damit an, denn wir wollen nicht so werden, wie die Menschen!" entgegnete Laika.

"Die Menschen sahen uns einmal als ihre Freunde an, jetzt fangen sie uns für ihre Versuchslabore und quälen uns für die Forschung.
Der treue Freund, der Hund, darf nicht mehr Haus und Herrn bewachen und nachts anschlagen, wofür er einst geschätzt wurde!
Viele Hundebesitzer erziehen ihre Hunde nicht, Unfälle mit Hunden passieren, jetzt dürfen sie mit ihm nur noch angeleint spazieren gehen, weil man sich vom Hund neuerdings bedroht fühlt.
Die Menschen ziehen nun künstliche Alarmanlagen einem Hund vor, die Hundegebell vom Tonband ertönen lassen.
Geräusche, die künstlich erzeugt werden, sind vom Gesetz erlaubt Doch die Geräusche, die wir machen, sind verboten.
Man schlägt vor, uns für immer stumm zu machen, indem man uns an den Stimmbändern operieren will.
Einst konnten wir herrlich auf den Dächern singen, nun werfen die Menschen Dinge nach uns oder kippen einen Eimer eiskaltes Wasser auf unseren Kopf, wenn wir unter ihrem Fenster singen.
Ach wie schön war die Zeit, als man unseren Katzengesang als romantisch empfand.
Nun sind wir nur noch lästig, wenn die Menschen in den Urlaub fahren wollen und sie jemanden brauchen, der sich um uns kümmert.
Weil es niemanden mehr für uns gibt, sind wir nun obdachlos geworden!"

Die Katzen lebten ihr Leben nach ihren Vorstellungen weiter und die Menschen auf dem Planeten Julitta lebten ihr neues Leben nach den zahlreichen Gesetzen, jedoch waren sie unzufriedener als zuvor.
Die Katzen beobachteten, wie der Postbote den Menschen Unglück per Brief ins Haus brachte.
Viele Menschen verloren vor Gericht, obwohl deren Gegner im Unrecht war, weil sie ihm nichts beweisen konnten.
Die Gerichte beschäftigten sich mit allen möglichen Kleinigkeiten.
Die Katzen distanzierten sich immer mehr von ihren Menschen.
Sie trauten ihnen nicht mehr.
Sie kamen nur zu einem Menschen, wenn sie es wollten und wurden eigenwilliger.
Wenn sie spürten oder meinten, dass jemand keine Katzen mag, so kümmerten sie sich um ihn umso intensiver, denn sie wollten keine Feinde.

Sie begannen, sich selber zu ernähren, obwohl sie das Töten einst ablehnten und gingen auf die Jagd nach Mäusen, die es zahlreich in den Gärten gab.
Auf viele Mäusefamilien kamen schwere Zeiten der Verfolgung durch Katzen zu.
Aber die Katzen hatten ihren einstigen Kameraden Mensch noch nicht aufgegeben.
Mit Entsetzen verfolgten sie die neueste Entwicklung:
jedem Geräusch galt bald das Gesetz der Ruhestörung.
Alles, was noch erlaubt war, war das emsige Klappern der Schreibmaschinen in den Anwaltspraxen.
Diese waren nachmittags nun voller als die Wartezimmer der Ärzte.
Das führte dazu, dass kein Mensch mehr Zeit hatte, den ganzen Tag seiner Arbeit nachzugehen.
Betroffene bekamen vom Arbeitgeber ihre Kündigung, gegen die dieser gerichtlich anzugehen hatte.
Der Kreislauf schloss sich somit.

Keiner wagte mehr, sich mit einem anderen zu unterhalten.
Auch das Gespräch über das Wetter könnte beim Anwalt landen.
So weinten die Kätzchen zusammen mit einer Hausfrau, die in einem Gespräch einer Nachbarin sagte, dass das Wetter noch lange schön bleiben würde, doch es regnete und der schöne Smoking und das teure Abendkleid, welches man zum Lüften in den Garten auf die Leine hängte, wurden nass und knitterig.
Die arme Hausfrau wurde von der Nachbarin mit Erfolg auf Schadenersatz verklagt.
Freundschaften existierten nicht mehr, da man damit rechnen musste, dass einmal anvertrautes weitererzählt wurde und man infolge Mitteilsamkeit seiner Sorgen denjenigen als Zeugen in einer Gerichtsverhandlung wiedertraf, dem man dieses Problem anvertraute.
Bald wirkten Straßen und Häuser wie menschenleer.
Auf der Straße spielten auch keine Kinder mehr, Stereoanlagen, Radios und Fernseher durften nur noch mit Kopfhörer benutzt werden.
In Mietshäusern wurde es Pflicht, dass man beim Benutzen der Treppe seine Schuhe in die Hand nimmt und auf Socken zu seiner Wohnung hinauf geht, um Geräusche zu vermeiden.
Ob nun ein Geräusch ruhestörend sei oder nicht, war laut Gesetz Ansichtssache des sich dadurch belästigt fühlenden.
Derjenige, der der Ruhestörung angeklagt wurde, hatte zu beweisen, dass seine Geräusche keine Ruhestörung seien.
Der Absatzmarkt von Außenrolläden schnellte in die Höhe, damit auch kein Geräusch mehr durch das geschlossene Fenster oder die Haustür zum Nachbarhaus nach draußen gelangte.
Der dadurch erhöhte Stromverbrauch belastete die Umwelt auf Julitta.

Bald wussten die Menschen nicht mehr, welchen Termin sie zuerst wahrnehmen sollten, den beim Anwalt oder den beim Psychiater, denn alle wurden von der Einsamkeit, den Gesetzen und neuen Vorschriften sehr krank.
Es gab kaum noch einen, der nicht unter Beziehungsängsten litt.
Bindungsängste nach einer Trennung der Partnerschaft durch den Anwalt waren normal und neue Partnerschaften wurden nicht mehr geschlossen.
Keiner traute sich mehr, ein Kind in diese trostlose Welt zu setzen.
Das Lebensalter der Menschen ging deutlich zurück, denn die Unzufriedenheit und die vielen Sorgen und Probleme, die sich die Gesellschaft mit ihren Gesetzen selber schuf, ließen sie schneller altern und verbraucht sein, viele wurden durch Mobbing arbeitslos.
Die Einbrecher hatten nachts leichte Beute, da kein Hund mehr bellen durfte.
Verletzte sich ein Einbrecher bei seiner Tat, war man gegenüber dem Einbrecher sofort der Körperverletzung schuldig!
Man achtete also tunlichst darauf, dass alle Leitern in der Garage neu und in Ordnung waren, damit der potentielle Einbrecher auch mit heiler Haut davon kam und seiner Arbeit ungehindert nachgehen konnte.

"Es kann so nicht weitergehen," sagte Laika anlässlich einer Katzenversammlung.
"Auch wir werden bald krank werden, weil wir uns bei den Menschen nicht mehr wohlfühlen!"
Alle Katzen stimmten ihr zu.
"Ach", sagte Laika, "wisst ihr schon das neueste?
Die Anwälte schlagen nun aus der Not der Menschen Kapital!
Sie erzählen ihnen, dass sie sich wegen der kleinen Summe, die diese Angelegenheit kosten würde, keine Sorgen zu machen brauchen und wenn der Fall abgeschlossen ist, berechnen sie ihnen das Zehnfache.
Nun muss man sich bei der Beratung schon einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben lassen, denn wenn man die Rechnung nicht bezahlen kann, klagt der Anwalt gegen den, den er vor Gericht vertreten hat!"
"Wir sollten sowieso mit den Menschen kein Wort mehr reden," meinten alle anwesenden Katzen, als Laika von dieser neuen Methode berichtete.
"Ja," sagte Laika, "aber bevor wir uns so verhalten, sollten wir über diese Situation noch etwas schreiben.
Das Erzählen von Tatsachen ist bereits schon verboten.
Wir sollten uns mit Opa Gustav zusammensetzen und unsere Erfahrungen und Erlebnisse als Märchen verfassen, denn nur noch das Erzählen von Märchen ist bis jetzt noch nicht strafbar !"

Alle Katzen waren einverstanden und zusammen mit Opa Gustav verfassten sie in einer langen Nacht viele wunderschöne Katzenmärchen.
Als die Arbeit vollbracht war, schliefen sie bei ihm neben seinem Bett schnurrend ein.
Er bereitete seinen lieben vierbeinigen Freunden am nächsten Morgen ein leckeres königliches Katzenfrühstück zu.
Die Märchen band er liebevoll zu einem hübschen Buch.
Die Katzen waren glücklich und zogen mit ihrem Lebenswerk davon.
Da es schon spät am Morgen war, wurden sie von vielen Kunden beobachtet, die ihre täglichen Kleinigkeiten im Krämerladen von Opa Gustav kaufen wollten.
Als Opa Gustav verklagt wurde, weil er seine vierbeinigen Freunde angeblich zu oft fütterte, waren die Katzen am Boden zerstört und sehr verzweifelt.
Dass die Liebe zu den Katzen eine strafbare Handlung gewesen war, überlebte sein altes schwaches Herz nicht mehr.
Man urteilte in seinem Fall streng nach dem Gesetz, nicht mit dem Herzen.

Alle Katzen versammelten sich am Grab von Opa Gustav und weinten herzzerreißend Mii - auauau ……… Mii - auauau ….. Mii - auauau und waren ihrer sensiblen Katzenseele zutiefst verletzt.
Und als sie so weinten und die Sonnenstrahlen Abermillionen von Katzentränen verdunsten ließen, senkte sich gegen Abend eine große, weiße Wolke neben die immer noch weinenden Katzen auf den Boden herab.
Sie vermuteten Trost, kuschelten sich in diese herrliche weiße Wolke aus verdunsteten Katzentränen und schwebten damit hoch in die Luft!
Erst jetzt merkten die Katzen, dass sie gar nicht mehr sprechen konnten.
Alles, was sie noch von sich geben konnten, war ihr klägliches Mii - auauau.
Sie sorgten sich nicht darüber und schliefen erschöpft ein.
Als sie aufwachten, waren sie auf einem ganz anderen Planeten gelandet, den diese Menschen dort Erde nannten und der Ort hieß Ägypten.

Hier wurden sie als Gottheit Bastet verehrt und geschätzt. Sie fanden Gefallen daran, sich den Menschen noch einmal anzuschließen und waren wieder glücklich.


An dieser Stelle gilt es einem ganz lieben Menschen, der Autorin, herzlichen Dank zu sagen, dass ich autorisiert wurde diese und folgende Katzengeschichten meinen Besuchern, oft sehr kranken Menschen, näher bringen zu dürfen.

Die Autorin, Frau Ingrid Heinrich,

stellt mir Ihre Werke kostenfrei zur Verfügung und so ist es Ehrensache, dass ich hier auf ihre Homepages
www.kreativausflug.de
www.kreativausflug.de/pageID_332398.html
www.vitasoma.com/200532
www.outsourcing-heinrich.de
hinweise.


Hier finden Sie den Einsstieg zu dem Fortsetzungs-Roman.
Eine bezaubernde
Love-Story aus dem Katzenparadies "Katzanien"


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Kritische Stimmen oder noch besser Lob an Frau Heinrich sind willkommen.
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und ich werde das dann gerne an die Autorin weiterleiten.




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