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" Wie Kinder trauern " * Kinder in ihrer Trauer begleiten *
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Wie Kinder trauern Teil 1
Wenn Kinder dem Tod begegnen
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Oft tritt der Tod spät in unser Lebensumfeld. Manche Menschen werden vierzig Jahre, bevor zum ersten Mal ein naher Verwandter oder eine Verwandte stirbt. Um so weniger sind wir darauf vorbereitet, einen frühen Tod gemeinsam mit Kindern zu verarbeiten. Mit dieser Broschüre will die Diakonie dazu beitragen, dass Kinder in altersgemäßer Art und Weise trauern können und von Erwachsenen in ihrer Weise des Trauerns unterstützt werden. Sie kann im Trauerprozess oder auch im Sinne guter Vorsorge durch Erziehung und Bildung genutzt werden. Diese Seiten richtet sich an Mitarbeitende in Hospiz, Diakonie, Krankenhaus, Kindergarten und Pfarramt. Sie können aber gleichwohl an betroffene Eltern weitergegeben werden.

Auch Kinder begegnen bereits dem Tod
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Ein geliebtes Haustier stirbt, vom Tod eines entfernten Verwandten oder eines Nachbarn wird gesprochen, ein Großelternteil verstirbt, oder der Tod trifft einen Menschen in unmittelbarer Nähe des Kindes: ein Elternteil, ein Geschwister, eine Klassenkameradin oder ein Spielkamerad.
Der erste Impuls vieler Erwachsener ist es, die Kinder vor der Begegnung
mit dem Tod zu schützen. Doch wissen wir eigentlich: Sterben, Tod und Trauer gehören auch zum Leben von Kindern und müssen keinen schlimmen Schaden anrichten. Denn Kinder können trauern. Es liegt nur an uns, Kindern zuzutrauen, den Trauerprozess bewältigen zu können. Denn zu häufig übersehen wir Kinder als aktiv Trauernde. Kinder können trauern, brauchen dabei aber unsere Unterstützung im Umgang mit Trauer.
Für Kinder, die ein Eltern- oder Geschwisterteil verloren haben, kommt
zur Trauerbewältigung zusätzlich hinzu, dass sie sich meistens als einziges, trauerndes Kind erleben. Gehen sie nicht in eine Trauergruppe für Kinder, kennen sie meistens keine anderen Kinder in ähnlicher Situation. Trauererfahrungen in der Kindheit und Jugend sind gerade deshalb prägend, da sie als erste Begegnung mit dem Tod besonderes Gewicht haben. Der Trauerprozess von Kindern und ihre Begleitung darin soll hier besonders in den Blick genommen werden. Dennoch sind die in der Kindertrauer ablaufenden Prozesse auch formend für die Folgeerfahrungen in der Jugend und im Erwachsenenalter. Uns alle begleiten unsere in der Kindheit erworbenen Konzepte, Bilder und Vorstellungen über den Tod und den Umgang mit Trauer auch noch im Erwachsenenalter.

Kinder leben in der Gegenwart
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So können Momente großer Trauer auf fröhliches Spiel folgen. Sie haben
kaum die Möglichkeit sich durch Fragen Informationen zu holen, die sie
brauchen, und erleben so den Tod eines ihnen nahe stehenden Menschen
als tiefe Verunsicherung. Daher sind sie auf Erwachsene und
ihren Beistand angewiesen. Sie drücken ihre Trauer und ihre Gefühle
weniger über die Sprache aus als über nonverbale Ausdrucksweisen. Das Nachspielen von Schlüsselszenen, das Malen von Bildern oder Erfinden
von Ritualen kann eine für sie hilfreiche Möglichkeit sein, ihre
unterschiedlichen Gefühle auszudrücken. Der Trauerprozess von Kindern
verläuft zwar auch in Phasen, ist in sich aber diffuser und daher
weniger klar erkennbar.

Der Verlust eines nahen Angehörigen in der Kindheit ist eine schwere Erfahrung.
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Denn er erschüttert Kinder in ihren Grundfesten. Zum Verlust der geliebten Person kommt meistens noch eine veränderte familiäre Situation
hinzu, auf die sich das Kind einstellen muss. Eine einfühlsame Begleitung ist deshalb viel wert. Dazu gehören:
eine gute, stufenweise und altersgemäße Information über den bevorstehenden Tod. Auch wenn der Tod eingetreten ist, ist es für Kinder wie für Erwachsene wichtig, die Umstände des Todes zu kennen.
die Ermöglichung des persönlichen Abschieds in Begleitung eines vertrauten Erwachsenen. Auch wenn der Tod bereits eingetreten ist, empfiehlt es sich, mit den Kindern am aufgebahrten Leichnam Abschied zu nehmen.
die Unterstützung für die Kinder bei der Mitgestaltung des Trauerprozesses.
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Kinder als Trauernde – der Prozess des Trauerns bei Kindern
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Wie Erwachsene durchlaufen Kinder in ihrer Trauerreaktion mehrere Phasen. Diese Phasen sind kein festes Schema, sondern nur Anhaltspunkte zum Verständnis. (Als Vergleich kann der Ablauf der vier Jahreszeiten herangezogen werden: Sommer folgt auf Frühling und trotzdem gibt es im Juli auch kühle, regnerische Tage). Ihr Verlauf wird stark von der Persönlichkeitsstruktur beeinflusst. Kinder zeigen und leben ihre Trauer eher tropfenweise, das heißt weniger kontinuierlich als Erwachsene. Das bedeutet, in einem Moment können sie hemmungslos weinen und im nächsten Moment intensiv spielen. Es gibt auch Wiederholungen, Sprünge und Überlappungen.

Schock
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Wenn die Todesnachricht plötzlich eintrifft, löst sie einen Schock aus. Daher ist es wichtig, dass die Todesnachricht in einer ruhigen Situation überbracht wird. Gut ist es, wenn genügend Zeit vorhanden ist, um Schock, Unverständnis und Fragen abwarten und auffangen zu können.
Kinder sind auf möglichst genaue Informationen angewiesen, da sie ihre
Sprachlosigkeit nicht durch Fragerituale überwinden können. Je unerwarteter die Todesnachricht für das Kind eintrifft, desto größer ist der Schock. Das Kind erstarrt innerlich und leugnet den Tod. Es zieht sich in sich zurück und versucht so zu leben, als sei nichts geschehen. Dieses Verhalten ist nicht mit Trotz gleichzusetzen, sondern dient der momentanen Entlastung. Im günstigen Fall bestimmt das Kind dadurch selbst, wann und im welchem Maße es sich mit der Todesnachricht konfrontiert. Wenn es sich um einen Elternteil handelt, reagiert das Kind oft mit einer existenziellen Angst, die dem Verlust einer primären Bezugsperson angemessen ist.

Kontrollierte Phase
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Sie folgt, nachdem der Schock abgeklungen ist (meistens maximal ein
bis zwei Tage). Es herrscht eine doppelte Form der Kontrolle: die Kontrolle über sich selbst (weniger bei Kindern, da sie sich nicht gut selbst kontrollieren können; ihr Verhalten ist eher natürlich, unbeherrscht und wechselhaft).
Hinzu kommen kontrollierende Maßnahmen von Außenstehenden. Sie entstehen durch Erwartungshaltungen und Verhaltensvorschriften, aber auch den Gewohnheiten der Nächsten, die das Kind zu imitieren versucht. Sie wirken auf Kinder häufig irritierend und damit
erlahmend. Denn ihnen bleibt oft der Verhaltenskodex verborgen. So
werden sie sich selbst und der Realität ein Stück entfremdet.

Regression
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Als Regression (von lateinisch: regredi – sich zurückziehen) wird ein bestimmtes Verhalten, besonders in belastenden Situationen, bezeichnet,
bei dem Menschen auf früher erworbene, besonders kindliche Verhaltensmuster zurückgreifen. Die Phase der Regression im Trauerprozess ist von hoher Emotionalität gekennzeichnet. Dazu gehören Weinen, Klagen, Wutanfälle, aber auch Scham- und Schuldgefühle.
Diese verschiedenen starken Gefühle führen zu einer psychischen Desorganisation. Bei Kindern (besonders im Vorschulalter und frühen Schulalter) kommt häufig eine Ursachenpersonalisierung hinzu: Der erlittene Verlust wird auf ein bestimmtes (Fehl-)Verhalten einer anderen oder der eigenen Person zurückgeführt: „Ich habe mir gewünscht, meine Schwester soll tot sein und nun ist sie (deshalb) tatsächlich tot.“
Das Kind entwickelt folglich Scham- und Schuldgefühle, die es nicht von alleine verbalisieren kann. Wenn sich Kinder in dieser Phase zurückziehen und apathisch wirken, so ist dies im Sinne eines Abwehrmechanismus im Dienst des Ichs zu verstehen. Der Rückzug zeigt an, dass die Seele überbelastet und schonungsbedürftig ist. Nach Sigmund Freud gibt es drei verschiedene Formen der Regression:
Vorgänge und Verhaltensabläufe werden auf ein niedrigeres Niveau verschoben: zum Beispiel Weinen, Jammern.
Es findet ein Rückzug auf frühere Entwicklungsstufen statt: zum Beispiel Bettnässen oder Verweigerung von Aufnahme fester Nahrung.
Kinder greifen auf archaische Vorstellungs- und Denkmuster zurück, indem sie magische Ansichten vertreten: zum Beispiel „Wenn ich mein Lieblingstier opfere, dann kommt Mama zurück.“

Adaption
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Es findet wieder eine Annäherung an das Leben statt. Kinder können die
Trauer in ihr Ich integrieren. Sie erneuern damit ihre innere Welt. Durch den Trauerprozess erhalten sie unter Umständen Zugang zu eigenen brachliegenden und unentdeckten seelischen Kräften.
Teil 2 von * Kinder in ihrer Trauer begleiten * wird Ihnen in Bälde zur Verfügung stehen. Schauen Sie eben immer mal wieder auf meine Homepage.
Alles was sich zum Thema "Trauer" und sonst an Besinnlichem bei mir so angesammelt hat, finden Sie im
In meinen Archiven befinden sich auch Seiten, die sich mit dem Thema Tod befassen.
Hier haben Sie auch die Möglichkeit dahin zu kommen.
Sammlung von Texten aus unterschiedlichen Kulturkreisen, die sich mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzen.
Betrachtungenüber den Tod
Wenn Sie an den weiteren entstehenden Seiten interessiert sind, müssen Sie eben immer wieder mal meine Homepage besuchen.
Suchen Sie Kontakt zu Menschen die ihrem Krankheitsbild entsprechen, um Erfahrungen und Informationen auszutauschen ?? Dann besuchen Sie doch mein Gesundheits-ForumSie finden dort auch eine " Plauderecke für Senioren", sowie etwas für poetische oder witzige Menschen.
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© 2004 by Hubert Wissler
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