" Wie Kinder trauern "
* Kinder in ihrer Trauer begleiten *

Wie Kinder trauern
Teil 3

Todesvorstellungen in den einzelnen Altersgruppen und wie wir auf sie eingehen können


Kinder bei der Beerdigung

Viele Eltern stellen sich die Frage, ob ihre Kinder bei der Beerdigung anwesend sein sollen, und wenn ja, ab welchem Alter.
Es gibt hierzu keine Pauschalantworten, da es immer auch auf die Umstände und das Kind ankommt.
Eine Grundregel ist sicherlich, dass kein Kind gegen seinen Willen an einer Beerdigung teilnehmen sollte.

Nimmt ein Kind teil, so sollte darauf geachtet werden, dass es gut auf den Ablauf wie auf die möglichen eigenen Gefühle vorbereitet wird.
Der Ablauf und das Ambiente einer Beerdigung sind Kindern eher fremd, da sie sich nur sehr punktuell eingebunden fühlen.
Schwarze Kleidung und ungewohntes Verhalten von Erwachsenen (zum Beispiel Weinen) kann sie verunsichern.
Deshalb ist es für sie so wichtig, dass ein ihnen bekannter Erwachsener (der selbst nicht zu sehr von eigener Trauer betroffen ist) sie die ganze Zeit über begleitet (zum Beispiel an der Hand hält) und auch für ihre Fragen da ist.

So können sie die Sicherheit bekommen, die sie für den Abschied brauchen.
Tollen Kinder bei der Beerdigung herum oder werden sie albern bis ausfallend, so kann das bedeuten, dass ihnen die Sicherheit fehlt, um Abschied zu nehmen, oder dass sie sich gegen ihre Traurigkeit wehren (müssen), um nicht erdrückt zu werden.

Es gibt keine Altersgrenze für die Teilnahme
Ist das Kind gut vorbereitet, hat es eine Vertrauensperson an seiner Seite und möchte es an der Beerdigung teilnehmen, gibt es keinen Hinderungsgrund.
Es gibt vielfältige Möglichkeiten, wie Kinder bei der Beerdigung beteiligt werden können:
Kleine Kinder können die Blumen für den Grabschmuck mit aussuchen, größere können Bilder malen, die mit in den Sarg oder ins Grab gelegt werden.
Der Sarg kann bemalt werden.

Stirbt ein Kindergartenkind, können die anderen Kinder Luftballons mit selbst bemalten Karten fliegen lassen.
Kinder können am Grab den Korb mit Blumen halten, die dann von den anderen Angehörigen ins Grab geworfen werden.
Jugendliche können zum Beispiel auch ein selbst geschriebenes Gedicht vortragen.
Je mehr trauernde Kinder Geborgenheit erfahren und in den Ablauf der Beerdigung eingebunden sind, desto sinnhafter und sinnvoller kann für sie der Abschied werden.

Das Ritual der Beerdigung
Das Einlassen des Sarges in die Erde ist für Kinder gut nachvollziehbar und verständlich.
Der Tote hat nun einen sichtbaren Ort in der Erde.
Wenn Kinder Tiere beerdigen, übernehmen sie häufig intuitiv diese Form (zum Beispiel Schachtel, in die das Tier gelegt wird, Loch in der Erde, Holzkreuz mit Namen), auch wenn sie selbst noch nie auf einer Beerdigung waren.
Bei Kindern im Vorschulalter und frühen Schulalter kann allerdings die Sorge um den Verstorbenen im Vordergrund stehen, da die Vorstellung von einer reduzierten Lebendigkeit vorherrscht (der Verstorbene atmet oder fühlt noch).

Teilnahme von Kindern an Ereignissen nach der Beerdigung
Kinder können grundsätzlich an allen Ereignissen nach der Beerdigung teilnehmen und sich beteiligen, wenn sie es möchten.
So zum Beispiel beim Gang zum Grab, beim Ewigkeitssonntag oder Allerheiligen, beim Besuch der Pfarrerin, des Pfarrers im Nachgang, beim Sechs-Wochen-Seelenamt oder beim Todestag.

Auch beim Trauergespräch mit der Pfarrerin, dem Pfarrer können Kinder mit ihren Wünschen und Ideen schon einbezogen werden (ab Kindergartenalter).
Gemeinsam mit dem Kind können an solchen Stationen auch Rituale geschaffen werden: Grab begießen, Kerzen anzünden, Bild aufstellen, Geschichten erzählen, ein Oma-Erinnerungsessen veranstalten.
Kinder, die am gesamten Sterbeund Trauerprozess beteiligt sind, haben die Möglichkeit, aktiv Abschied zu nehmen und ihre Trauer durch Handlungen und Rituale zu verarbeiten.


Trauer und ihre Überwindung in der Bibel entdecken

Kinder können sich mit ihren Gefühlen in der Bibel wiederfinden.
Besonders gut eignen sich dafür die Psalmen wie zum Beispiel Ps 56,9 „Du sammelst meine Tränen in deinen Krug“.

Ältere Kinder können sich auch gut in Sätzen wie Ps 69 „Das Wasser steht mir bis zum Halse“ wieder finden.
Die emotionale und doch allgemein gültige Sprache der Psalmen ermöglicht es Kindern, Sprache zu finden und sich und ihre Gefühle darin einzutragen.
In Gesprächen und Bildern können die eigenen Erfahrungen anhand der Psalmen verbalisiert oder ausgedrückt werden.

Gerade Klagepsalmen (zum Beispiel auch Ps 13; 22) können Kindern dazu verhelfen, auch ihre möglicherweise unterdrückten Gefühle wie Wut, Aggression und Ärger zuzulassen und auszudrücken.
Mit ihnen können sich Kinder gleichzeitig auch an Gott als Adressaten ihrer Trauer wenden.
Aus der Beschäftigung mit Klagepsalmen kann so ein Gebet erwachsen.
Hilfreich kann ein Klagegebet sein, in dem alle Gefühle geäußert werden dürfen, dass dann in ein Bittgebet (um Gottes Beistand) münden kann.

Biblische Geschichten für Kinder
Einige biblische Geschichten eignen sich, um mit Kindern auch schon im Vorschulalter über Leben und Sterben, Trauer und Auferstehung(shoffnung) ins Gespräch zu kommen.
Anhand der Lebensgeschichte von Abraham (Gen 12-25) wird das Abschiednehmen (auch im Leben) thematisiert.

Die Geschichte von Maria Magdalena am Ostermorgen vermittelt Kindern die Wandlung von Trauer in Gewissheit auf ein Leben nach dem Tod (Joh 20,11-18).

Das Gleichnis vom Weizenkorn (Joh 12,24) versinnbildlicht für Kinder anschaulich und gut umsetzbar den Prozess von Sterben und Auferstehen.
Dass Gott tröstet, ist eine Erfahrung, die wir Kindern vermitteln können.
Gerade in leibhaftig erfahrenem Trost können sie Gottes Trost spüren:
beim Streicheln, Wiegen (Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet, Jes 66,13), beim Tränen abwischen (Gott wird abwischen alle Tränen, Offb 21,4) und beim Dasein für das Kind (Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken, Mt 11,28).

Psalm mit Gesten beten
Das Grundgefühl des Geborgenseins bei Gott kann durch das Beten eines Vertrauenpsalms gestärkt werden.
Zum Beispiel kann Ps 139 mit Gesten in einer kindgerechten Sprache mit Kindern gebetet werden.
Als Kehrvers sprechen die Kinder:
„Bei dir bin ich geborgen Gott“ (Arme werden wiegend vor den Oberkörper gehalten), „Du hältst mich in Deiner Hand“ (Hände werden wie zu einem Gefäß vor dem Oberkörper gehalten).

Dazwischen können von einem Erwachsenen Sätze gesprochen werden wie „Manchmal bin ich traurig, weil ...“.
Durch die Bewegungen können die Kinder die umfassende Liebe Gottes zu uns auch spüren.
In Geschichten, wie die von Zachäus oder Bartimäus, können gerade kleinere Kinder erfahren, dass sie bei Gott angenommen sind, so wie sie sind.


Kinder in ihrer Trauer begleiten

Kinder verfügen über andere kognitive und sprachliche Fähigkeiten als Erwachsene.
Deshalb trauern sie anders als Erwachsene.
Trauer ist bei Erwachsenen und Kindern ein ganz individueller Prozess.
So möchte zum Beispiel ein Kind beim Sterben eines Angehörigen dabei sein und ein anderes möchte das auf keinen Fall.
Beide Verhaltensweisen sind in Ordnung.

Dennoch lassen sich Gemeinsamkeiten im kindlichen Trauerprozess feststellen.
Ihre vielfältigen Gefühle können Kinder am besten nonverbal und spielerisch zum Ausdruck bringen.
Begegnen wir trauernden Kindern, ist es gut, sich darauf einzustellen und unser Verhalten an den Kindern zu orientieren, uns von ihnen an die Hand nehmen zu lassen.
Sie zeigen uns, wann sie bereit sind ihre Trauer zu verarbeiten und wann sie das gerade gar nicht können.

Wir brauchen also Kinder nicht zur Auseinandersetzung mit Tod und Trauer zu zwingen, da sie sich schützen, wenn sie etwas nicht verarbeiten können oder wollen.
Wir Erwachsenen haben also alles, um Kinder in ihrer Trauer zu begleiten.
Wir brauchen uns nur auf die Trauer einzulassen. Dazu können acht Elemente helfen:
Über den Tod sprechen
Es ist gut, Kinder über den bevorstehenden wie über den eingetretenen Tod so bald wie möglich behutsam zu informieren.
Dabei ist es hilfreich, den Tod und den Toten beim Namen zu nennen, also Worte zu finden, die die Realität treffen und für Kinder verständlich sind.
Werden Kinder nicht informiert, nehmen sie atmosphärisch dennoch wahr, dass etwas nicht stimmt.
Das kann sie sehr verunsichern.

Wird der Tod als Tatsache benannt, können Kinder eher mit der Realität leben.
Für Kinder, die das Wort Tod noch nicht verstehen, sind Beschreibungen (aber nicht Umschreibungen) der Wirklichkeit des Todes hilfreich.
Umschreibungen, wie die folgenden, weichen der Realität des Todes eher aus:

„Großvater ist eingeschlafen.“

„Er war müde ...”

„Gott nahm ihn zu sich, weil er so gut war.”

„Großmutter ist auf eine lange Reise gegangen.”

„Er war sehr krank.”

Solche Umschreibungen nehmen Kinder oft wörtlich und sie bekommen Angst davor, einzuschlafen, gut zu sein, fragen sich, warum Großmutter sich nicht verabschiedete oder fürchten sich, durch eine leichte Krankheit zu sterben.
Die Endgültigkeit des Todes kann Kindern so nahe gebracht werden, dass wir ihnen erzählen, was der Verstorbene nicht mehr tun kann:
zum Beispiel „Großvater kann nicht mehr mit dir in den Zoo gehen.“

Die Ursache des Todes muss für Kinder einleuchtend erklärt werden:
„Sie war so krank, dass sie sterben musste.“
Es muss den Kindern versichert werden, dass sie keine Schuld am Tod haben.
„Deine zornigen Gefühle hatten nichts mit seinem Tod zu tun.
Er verstand das schon richtig und wusste, dass du ihn gern hattest.”

Das Verständnis vom Tod bei Kindern ist in viererlei Hinsicht anders als bei Erwachsenen.
Deshalb ist es wichtig, vor allen Dingen im jüngeren Alter, Kindern gegenüber den Tod klar zu stellen:
Besonders Kinder im Vorschulalter begreifen den Tod als ein zeitlich begrenztes und daher umkehrbares Ereignis (im Gegensatz zum unumkehrbaren Verständnis des Todes bei Erwachsenen).
Sie verstehen sich oder ihre Gedanken als Ursache des Todes (während Erwachsene wissen, dass es andere Ursachen des Todes gibt).
Sie stellen sich den Toten mit verminderter Lebensfunktion vor (während Erwachsene wissen, dass Tote keine Lebensfunktionen mehr haben) und halten sich selbst für nichtsterblich (während Erwachsene wissen, dass alle Menschen sterblich sind).

Begleitende Aufgabe ist es, diese vier Aspekte des Todes zu erläutern, um mögliche Ängste gerade im Umfeld der Beerdigung abzubauen („Bekommt Opa keine Luft mehr?“).
So wird der Trauerprozess ermöglicht.

Nähe geben
Trauernde Kinder brauchen die Nähe von vertrauten Erwachsenen.
Beim Gang zum Grab kann für ein Kind eine haltende Hand sehr hilfreich sein.
Auch bei Gesprächen, beim Weinen, beim gemeinsamem Anschauen von (Bilder)Büchern gibt die körperliche Nähe von Erwachsenen – zum Beispiel auf dem Schoß sitzen – Kindern das Gefühl von Geborgenheit.

Zeit geben
Angesichts der allgemeinen Tendenz, die Trauerphase abzukürzen und zur Tagesordnung überzugehen, müssen Kinder wissen und erleben, dass Trauer Zeit braucht und immer einmal wiederkommen kann.

Begleiten
Kinder brauchen Begleitung beim Trauern.
Für das Kind ist es wichtig zu wissen, von welcher Person es kontinuierlich während der Trauerzeit begleitet wird.
Auch bei wichtigen Ritualen wie beim persönlichen Abschiednehmen vom Verstorbenen oder bei der Beerdigung ist eine Begleitung wichtig.
Wenn die nächsten Angehörigen selbst von dem Tod direkt getroffen sind, kann eine dem Kind vertraute Person, die selbst nicht so stark betroffen ist, die Begleitung des Kindes übernehmen, zum Beispiel die Patin oder der Pate des Kindes.

Gefühlsäußerungen erleichtern
Trauer und die zugehörigen Gefühle gelten in unserer Gesellschaft wenig und werden deshalb schamhaft verborgen.
Diese Scham hat keinen guten Grund, aber schädliche Folgen.
Deshalb ist es wichtig, Kindern (und Erwachsenen) den Zugang zu ihren eigenen Gefühlen zu erleichtern.
So tut es Kindern gut, wenn sie vermittelt bekommen, dass ihre Gefühle in Ordnung sind und dass sie sie auch äußern und zeigen dürfen.
Dies kann ihnen auch dadurch vermittelt werden, dass Erwachsene ihre eigene Trauer zeigen.
Erwachsene und Kinder können auch gemeinsam weinen.
Kinder lernen dadurch, dass sie weinen dürfen und das Weinen gut tun kann.
Ein Gespräch mit einem trauernden Kind kann durch eine Handpuppe oder ein Stofftier als Gesprächsmedium in dieser Richtung erleichtert werden.

Raum für Spiele und kindgerechte Rituale geben
Kinder leben in der Gegenwart.
So können sie in einem Moment hemmungslos weinen und im nächsten Augenblick ganz intensiv spielen.
Für beides brauchen sie Raum, denn auch im Spielen verarbeiten sie ihre Trauer.
Häufig drücken Kinder im symbolischen Spiel ihre Erfahrungen aus, da sie sich dadurch vom Geschehenen distanzieren können.

Eine spielerische Möglichkeit für das Ausdrücken der Trauer bieten Rituale.
Sie ermöglichen die Antizipation des Trauerprozesses (bei der Beerdigung zum Beispiel antizipiert das anschließende Essen den Weg aus der Trauer) und die Veröffentlichung des neuen Status (zum Beispiel als Halbwaise oder Einzelkind).

Außerdem helfen sie die Leidtragenden zu entlasten und die Situation zu entkrampfen.
Auch das Entwickeln von eigenen situations- und kindgerechten Ritualen bietet Kindern eine Möglichkeit, ihre Trauer individuell und nonverbal auszudrücken und doch verstanden zu werden.
Das kann zum Beispiel sein, auf eine bestimmte Weise das Grab zu pflegen (Blumen hinbringen oder gießen), ein Oma-Erinnerungs-Essen (mit Bildern von ihr und Geschichten über sie), das Ausführen einer Tätigkeit oder Verhaltensweise des Verstorbenen (den Stock wie Opa benutzen) oder das Weiterführen von gemeinsamen Aktivitäten (den Weg gehen, den das Kind mit dem Verstorbenen immer gegangen ist).

Hoffnung über den Tod hinaus ermöglichen
Schon mit relativ kleinen Kindern (ab circa drei Jahren) ist es möglich, über die christliche Vorstellung des Lebens nach dem Tod zu reden.
Natürlich geschieht dies am besten in kindgerechter Sprache:
in einfachen kurzen Sätzen.
Wichtig dabei ist die Echtheit des Erwachsenen.
Kinder spüren, ob wir selber auch daran glauben, was wir sagen.

Da sich das Weltbild des Kindes im Laufe des Erwachsenwerdens ändert, sollten bildhafte Vorstellungen gewählt werden, die mit den Kindern mitwachsen können.
Die Redewendung:
„Er oder sie ist im Himmel“ ist zum Beispiel brauchbar.
Eine Verwechslung mit dem blauen Himmel ist zwar möglich, jedoch nicht von existenzieller Bedeutung.

Dagegen erhaltenm Kinder durch diese Redewendung einen Ort für den Toten, an dem er weiterleben kann.
Für Kinder im Vorschulalter kann es ohne weiteres möglich sein, den Verstorbenen gleichzeitig in der Erde und im Himmel zu wissen.
So erklärt die vierjährige Clara ihrer zweijährigen Schwester nach einem Friedhofsbesuch:
„Die Uroma ist im Sarg unter der Erde.“
Und nach einer kurzen Pause:
„Und die Uroma ist im Himmel.“

Manche Kinder suchen sich eine Erklärung, wie der Verstorbene in den Himmel kommt.
So sagt der dreijährige Simon über seinen verstorbenen Bruder, der im Grab liegt:
„Wenn die Erde sich dreht, dann fällt er in den Himmel.“
Sätze wie „Ich glaube, dass Oma bei Gott ist, und dass es ihr da gut geht“ qualifizieren den Himmel als Ort der Gottesnähe.
Denn auch wir Erwachsenen lokalisieren Gott ja im Himmel (Beispiel: „Vater unser, im Himmel, ...“).
Allerdings muss dabei beachtet werden, den Tod nicht derart zu beschönigen, so dass eine Todessehnsucht in den Kindern entsteht und sie selbst den Tod provozieren.

Mit Fragen wie „Wie stellst du dir das denn vor?“ kann die Phantasie des Kindes angeregt werden.
Der vierjährige Paul antwortet auf die Frage, was er gerne im Himmel machen würde, mit strahlendem Gesicht: „Schaukeln!“.
Kinder lernen auf diese Weise, dass es bei Jenseitsvorstellungen kein richtig oder falsch gibt, dass Erwachsene auf diesem Gebiet auch nicht mehr wissen als Kinder.

So sagten die Kinder der Familie Huber, wenn sie über Jenseitsvorstellungen sprechen wollten, zu ihren Eltern:
„Lasst uns mal wieder darüber sprechen, was ihr auch nicht wisst.“
Gerade Kinder, die es gewohnt sind zu beten, können ermutigt werden ihre verschiedenen Gefühle (Trauer, Wut) auch jetzt Gott zu sagen und den Verlust zu beklagen.
Sie lernen so, dass wir Gott unser Leid klagen dürfen.

Medien und Hilfsmittel einsetzen
(Bilder)Bücher, Puppen oder Stofftiere können, wie bereits erwähnt, Kinder und Erwachsene in ihrer Trauer unterstützen.
Es lassen sich acht verschiedene Anwendungsmöglichkeiten von Büchern unterscheiden:
(Bilder)Bücher als

Gesprächsanlass: Sensibilisierung für das Thema mit „Leb wohl, lieber Dachs“, ab Kindergartenalter„Großvater ist eingeschlafen.“

Informationsvermittler: mit „Was ist das? fragt der Frosch“, 3- bis 4-Jährige

Distanzierung: Es ist viel leichter, über die Figuren des Buches zu sprechen, ihre Gefühle und Verhaltensweisen zu verstehen und sich dabei den eigenen Gefühlen anzunähern mit „Hat Opa einen Anzug an?“, ab 7 Jahren

Kanalisierung: Eigene Gefühle können in Worten entdeckt und oft erstmals benannt werden mit „Abschied von Rune“, ab 5 Jahren

Kanalisierung: Eigene Gefühle können in Worten entdeckt und oft erstmals benannt werden mit „Abschied von Rune“, ab 5 Jahren

Abrundung mit „Leb wohl, lieber Dachs“, ab Kindergartenalter

Hilfe für Eltern: Verständnis für die Gefühls- und Gedankenwelt von Kindern mit „Abschied von Tante Sofia“, ab 6 Jahren


" Kontaktadressen "
* von Hilfsorganisationen *
Das Zentrum für trauernde Kinder e.V.
Beate Alefeld
Donandtstraße 61,
28209 Bremen
Telefon: (0421) 34 36 68;
E-Mail: DasZentrum@gmx.de
Internet: www.trauernde-kinder.de


Domino – Zentrum für trauernde Kinder e.V.
Christel Gattinger-Kurth
Auf dem Broich 24,
51529 Odenthal;
Telefon: (02174) 43 99;
Internet: www.zentrakin.de
14-tägiger Rhythmus der Kindergruppen (11/2 Stunden);
parallel dazu findet eine Angehörigengruppe statt.
Für Kinder von 4 bis 12 Jahren.


Hospizgruppe Freiburg
Frau Eberstein
Türkenlouis-Str. 22,
79102 Freiburg;
Telefon: (0761) 3 19 16 24

Projekt Kindertrauer:
Gruppenangebote für Kinder von 6 bis 9 Jahren (7 Termine)
Beratungstelefon für Umgang mit trauernden Kindern (Erwachsene und Kinder)
Chatroom für Jugendliche (geplant)
Pädagogische Tage für Erzieherinnen und Lehrerinnen


Hospizverein Wattenscheid e.V.
Norbert Philipp
Voedestr. 91,
44866 Bochum
Projekt mit sieben Kindergärten, die sich intensiv mit dem Thema Tod auseinandergesetzt haben (unter Einbeziehung der Eltern).
Kinder malten Bilder zum Thema, die ausgestellt wurden.


Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V.
Thomas Bäumer
Justinus Kerner Str. 5;
72070 Tübingen
Telefon: (07071) 94 68-14
E-Mail: thomas.baeumer@krebskranke-kinder-tuebingen.de
Internet: www.krebskranke-kinder-tuebingen.de
Wochenendfreizeit für trauernde Geschwisterkinder

Ruf und Rat
Gerlinde Mock
Hospitalstr. 26;
70174 Stuttgart
Telefon: (0711) 2 26 20 55
Dreimal im Jahr ein Samstag für Kinder und junge Erwachsene (bis 35), nach Alter- und Traueranlass (Geschwister / Eltern) getrennt.

Hilfe für Eltern, die ein Kind verloren haben:

Verwaiste Eltern in Deutschland e.V.

Gabriele Knöll (1. Vorsitzende)
Fuhrenweg 3;
21391 Reppenstedt
Telefon: (04131)6 80 - 32 32
E-Mail: Kontakt@veid.de
Internet: www.veid.de
Dort sind alle Regionalstellen, Literatur und Termine zu erfahren.



Quellenangabe:

Alle Texte dieser dreiteiligen Serie
* Wie Kinder trauern *
* Kinder in ihrer Trauer begleiten *
habe ich dem © freien PDF des Herausgebers:
Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. entnommen.


Konzeption und Text:
Corinna Hirschberg

Kontakt:
Roswitha Kottnik * Referat Hospiz
Postfach 10 11 42,
70010 Stuttgart
Telefon (0711) 21 59-1 35
Telefax (0711) 21 59-5 50
E-Mail: hospiz@diakonie.de

Bestellungen:
Zentraler Vertrieb des Diakonischen Werkes der EKD
Karlsruher Straße 11
70771 Leinfelden-Echterdingen
Telefon (0711) 9 02 16-50
Telefax (0711) 7 97 75 02
E-Mail: vertrieb@diakonie.de

Herstellung:
J.F. Steinkopf Druck GmbH, Stuttgart


An dieser Stelle möchte ich mich auch im Namen der so zahlreichen Besuchern meines Hilfswerkes vom Kranken zum Kranken beim Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. herzlichst für diese so hilfreichen wertvollen Informationen bedanken.

Möge der Herr Ihnen stets die Kraft und Gesundheit bescheren, damit auch sie den Menschen noch viel Hilfe und Unterstützung geben können.




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