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* Ratschläge *

Ratschläge im Umgang mit Trauer und Trauernden
Teil 1

* Einleitung *
Trauer ist eine normale Reaktion auf einen schwerwiegenden Verlust oder Schicksalsschlag.
Dabei kann es zu einem intensiven und schmerzlichen Trauerprozess kommen, der eine regelrechte "Trauerarbeit" erfordert.



Man liest gerne darüber, darum ausdrücklich hier noch mal:
Trauer ist eine normale Reaktion, Trauer ist normal und natürlich, kein Grund sich zu schämen oder sie zu verbergen - und dies ist leider leicht gesagt aber oft schwer getan.
Wir haben sterben und Tod weg geschoben, das Ideal ist "gut drauf sein, dont worry, be happy, ..." und diesem Ideal entspricht der Trauernde nicht.

Die Mitmenschen sind oft hilflos, sie wissen einfach nicht was sie den Betroffenen sagen sollen, sie wollen vielleicht helfen aber wissen auch hier nicht wie.
Hilflosigkeit ist unangenehm und wird lieber gemieden, und so meiden Freunde und Bekannte vielleicht den Trauernden, um ihrer eigenen Hilflosigkeit zu entgehen.

Trauer ist in verschiedene Phasen einteilbar, wobei hier keine Hierarchie oder zeitliche Reihenfolge festzulegen ist.
So verschieden und einzigartig jeder Mensch ist, so ist auch die Trauer bei jedem Menschen unterschiedlich und einzigartig:


Phase 1:
Zuerst will man den Verlust nicht wahrhaben, nur aus einem bösen Traum aufwachen.
Man ist wie versteinert.


Phase 2:
Dann kommt es plötzlich zum aufbrechen heftiger Gefühlswallungen:
Schmerz, Schuldgefühle, Angst, Wut, Zorn, aber auch quälende Sehnsucht usw.
In dieser Phase drohen vermehrt Schlafstörungen, eine besondere Anfälligkeit für Infektionskrankheiten aller Art (z.B. Grippe) sowie unkontrollierte Selbstbehandlungsversuche mit Alkohol, Nikotin, Tabletten usw.


Phase 3:
Schließlich kann der Trauernde an nichts anderes mehr denken, als an seinen schmerzlichen Verlust.
Während dieser Zeit zieht er sich zurück und ist mit sich selber und seinem Leid beschäftigt.
Doch die Realität holt ihn wieder ein.
Der Verlust wird langsam akzeptiert.


Phase 4:
In der letzen Phase bewegt sich der Trauernde wieder auf die Welt und andere Menschen zu.

Aber auch das provoziert widersprüchliche Gefühle:
Einerseits soll alles offener, intensiver erlebt und gestaltet und nichts soll verpasst werden.
Andererseits hat man Angst vor der Zukunft und Furcht, wieder mit Trauer bezahlen zu müssen.


Mit Trauernden umgehen
Die Dauer des Trauerprozesses ist individuell und schwer festlegbar.
Selbst das "Trauerjahr" erscheint häufig zu kurz.
Auch pflegt der Schmerz nicht zu Beginn, sondern Monate nach dem Verlust am ausgeprägtesten zu sein.
Gerade während dieser Zeit aber beginnt die Anteilnahme der Umwelt deutlich zurückzugehen.

Der Betroffene wird - offen oder heimlich - aufgefordert, endlich wieder zur Tagesordnung zurückzukehren.
Dabei können die einzelnen Trauerphasen erneut aufbrechen, wenngleich kürzer.


Leitgedanken zu Trauer
1. Trauer ist eine ganz natürliche Antwort auf einen Verlust.

2. Trauern zu können ist eine Stärke, keine Schwäche.

3. Trauer zu spüren, heißt mit seinem Innersten in Kontakt zu sein, lebendig zu sein.

4. Es führt im Leben kein Weg an der Trauer vorbei, sondern nur hindurch.
Trauer kann man nicht "loswerden".
Sie wartet immer darauf, durchgangen zu werden.

5. Trauer erfasst den Menschen in seinem ganzen Wesen.
Sie betrifft nicht nur die Seele, auch der Körper weint.

6. Trauer ist keine Krankheit und deshalb mit medizinischen Mitteln auch nicht zu behandeln.
Verzögerte oder chronische Trauer aber kann krank machen.

7. Der Trauerprozess bedeutet häufig ein Chaos an Gefühlen:
Angst, Wut, Hass, Ohnmacht, Schuldgefühle, Liebe...

8. Trauer braucht Zeit. Aber: Zeit allein heilt keine Wunden.

9. Trauer braucht Menschen, bzw. eine Gemeinschaft.
Trauer im einsamen Kämmerlein macht krank.

10. Trauer braucht Mittel und Wege des Ausdrucks, um ins Fließen zu kommen.
Beispiele: Rituale und Materialien, die zum schöpferischen Tun anregen.

11. Trauern wirkt heilend.
Trauer hat enorme Lebensenergie, in ihr liegen größte Chancen zur Wandlung und Reifung menschlicher Entwicklung.

12. Trauerbegleiter müssen die eigene Trauer kennen.

Hier sind wir nun am Ende dieses Berichtes angelangt.


Wie geht es weiter ??
Im nächsten Teil wird es um die Themen:
  • Die Trauer darf nicht verhindert werden

  • Falsche Ratschläge!

  • Richtig trösten kann man lernen

  • Ratschläge eines Sterbenden für seinen Begleiter



  • Alles was sich zum Thema "Trauer" und sonst an Besinnlichem bei mir so angesammelt hat,
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