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" Urnenbestattungen "
* Tipps für Trauernde *

Serie Trauer 2005
Teil 2

weiteres zum Thema Trauer finden sie in den Archiven 2004 * 2005


* Urnenbestattungen *

Der Beginn aller Kultur ist mit den Toten.

Wie wir derer gedenken, die uns verlassen mußten.
Wie wir sie zur letzten Ruhe betten.
Wie wir uns an sie erinnern ...

Den Toten verdanken wir unser eigenes Leben.
Sie zu ehren ist in allen Völkern heiligste Pflicht.

Wir gehen zum Friedhof, wo unsere Liebsten und auch unsere Helden liegen.
Nicht nur, um zu trauern, sondern auch, um über den Tag hinaus zu denken.

Um Ehrfurcht zu empfinden, Dankbarkeit und Demut.
Um selbst Frieden zu finden.

Jetzt lese ich im Juli 2005 entsetzt, daß in Sachsen-Anhalt jeder die Urne mit der Asche seiner Verstorbenen in Zukunft mit nach Hause nehmen kann.

Klartext:
Mit den sterblichen Überresten umgehen darf, wie's beliebt.

Und falls es gar nicht anders "paßt" fliegt die Urne eben - unter Umständen auf den Sperrmüll.

Jede Kultur muß sich daran messen lassen, wie sie mit ihren Toten umgeht.
Offenbar nähern wir uns auch dort der Null-Linie.


* Tipps für Trauernde *

Die Trauer darf nicht verhindert werden
Die BEHANDLUNG des Trauerprozesses ist schwieriger, als es sich die meisten vorstellen.
Auf jeden Fall soll man nicht versuchen, dem Trauernden die Trauer zu nehmen.
Besonders bei Betroffenen in jungen Jahren, aber auch vor allem im höheren Lebensalter darf man nicht die eigenen Maßstäbe anlegen.
Trauernde werden von ihrer Umgebung nach einer Zeit der Schonung schließlich als belastend empfunden.

Deshalb sollen sie nach Ansicht der anderen ihren Schicksalsschlag möglichst bald überwinden.
Trauernde müssen aber ihre Gefühle zeigen dürfen.

Falsche Ratschläge!
Falsche Ratschläge ("gönnen Sie sich mal wieder ein Vergnügen"), nutzlose Appelle ("Sie müssen sich einfach mehr zusammennehmen"), leere Redensarten ("glücklicherweise ist sonst nichts passiert") usw. sind keine Hilfe und erschweren die Trauerarbeit.

Richtig trösten kann man lernen
VORSICHT:
Nicht oberflächlich trösten oder den Verlust herunterspielen, sondern eher still-verständnisvoll mitleiden.

Anwesenheit und stumme Zuwendung bedeuten mehr als Worte.

Der wichtigste Faktor ist Geduld auf lange Sicht!

Vorsicht ist auch an Wochenenden, Feiertagen und Jahrestagen angebracht (Einsamkeit, Rückblick, Erinnerung).

Kleine Aufmerksamkeiten signalisieren Verbundenheit in der Not und spenden mehr Trost, als man gemeinhin erwartet:
Postkarte, Anruf, kurzer Besuch.
Entsprechende Bücher oder der Kontakt mit Menschen, die ihren Trauerprozess gerade erfolgreich abschließen konnten, sind oftmals hilfreich.


Ratschläge eines Sterbenden
für seinen Begleiter

Last mich in den letzten Stunden meines Lebens nicht allein.

Bleibe bei mir, wenn mich Zorn, Angst, Traurigkeit und Verzweiflung heimsuchen und hilf mir, zum Frieden hindurchzugelangen.

Denk nicht, wenn du ratlos an meinem Bett sitzt, dass ich tot sei.
Ich höre alles, was du sagst, auch wenn meine Augen gebrochen scheinen.
Darum sage jetzt nicht irgend etwas, sondern das Richtige.

Das Richtige wäre, mir etwas zu sagen, was es mir nicht schwerer, sondern leichter macht, mich zu trennen.
So vieles, fast alles, ist jetzt nicht mehr wichtig.
Ich höre, obwohl ich schweigen muss und nun auch schweigen will.

Halte meine Hand.
Ich will es mit der Hand sagen.
Wische mir den Schweiß von der Stirn.
Streiche mir die Decke glatt.

Wenn nur noch Zeichen sprechen können, so lass sie sprechen.
Dann wird auch das Wort zum Zeichen.

Und ich wünsche mir, dass du beten kannst.
Klage nicht an, es gibt keinen Grund.
Sage Dank.

Du sollst von mir wissen, dass ich der Auferstehung näher bin als du selbst.

Lass mein Sterben dein Gewinn sein.

Lebe dein Leben fortan etwas bewusster.

Es wird schöner, reifer und tiefer, inniger und freudiger sein, als es zuvor war, vor meiner letzten Stunde, die meine erste ist.


* Trauergedichte *

Der Tod bedeutet nichts - er zählt nicht.
Ich bin nur nach nebenan gegangen - nichts ist geschehen.
Alles bleibt genau wie es war.
Ich warte nur auf Euch, gleich um die Ecke,
für eine kleine Weile.
(AutorIn unbekannt)

Das einzig wichtige im Leben,
sind die Spuren der Liebe,
die wir hinterlassen,
wenn wir weggehen und
Abschied nehmen müssen.
(Albert Schweitzer)

Immer in der Hoffnung ich schaffs,
bin ich am Ende meiner Kraft.
Darum weinet nicht mehr, ihr Lieben,
wenn ich auch gerne wär geblieben.
Haltet fest zusammen und reicht Euch die Hand,
das ist mein Wunsch beim letzten Gang.
(AutorIn unbekannt)

So laßt mich gehen,
ich möchte nun nach Hause,
laßt wandern mich der ewgen Heimat zu.
Ich war so krank und habe viel erduldet,
drum weinet nicht und gönnt mir meine Ruh.



* Mediensplitter *
Thema:
Über Urnen im Wohnzimmer
und liberale Grabschänder

Was für Aussichten!
Oma in der Schrankwand, auf der Fensterbank, auf dem Kaminsims - nicht als Foto oder in Öl, sondern als Asche in der Urne.

In Sachsen-Anhalt soll das bald möglich sein, jedenfalls möchte das der liberale Regierungspartner in Person seines Sozialministers.
Kein Zwang mehr zum Friedhof, statt dessen Freiheit für die Lebenden und die Toten.

Wer seine lieben Verstorbenen nicht traditionell im Sarg bestatten will - und das wollen immer weniger - soll die Urne nicht mehr auf dem Friedhof vergraben müssen, der darf sie künftig gleich mit heim nehmen.
Die letzte Ruhe sozusagen als Urne für zu Hause, als letzte Ergänzung einer extravaganten Wohnungseinrichtung vielleicht.

Damit Omas Asche aber nicht auf dem Sperrmüll landet, wenn die Kinder sich scheiden lassen, der Haushalt aufgelöst wird oder die Enkel kein Interesse mehr an Großmutters Resten zeigen, hat der umtriebige Minister auch schon eine weitere Idee parat:
Bevor das Krematorium die Urne herausrückt, muß der künftige Bestimmungsort genau dokumentiert werden.

Für den Autor Herr Peter Hahne ist das gedankliche Grabschänderei!
Und für mich auch!!!!

Will der Herr etwa - entgegen aller liberalen Entbürokratisierungsschreierei - eine neue "Behörde für letzte Liegenschaften" gründen, um den Verbleib der Asche unserer Lieben regelmäßig zu kontrollieren...?

Uns erschreckt dieser ganze pietätlose Vorgang, der nur vordergründig konsequent wirkt.
Natürlich gibt es immer mehr Hinterbliebene, die sich die teure Bestattung nicht mehr leisten und die spätere Grabpflege sparen wollen.
Dann gibt es welche, die ihre nächsten Angehörigen nach deren Tod möglichst nahe bei sich behalten wollen, also lieber im eigenen Schrebergarten als auf einem fernen Friedhof.
Deshalb möchte der FDP-Mann das Totengedenken privatisieren.

Aber genau das widerspricht unserer Kultur:
Es ist eben nicht gleichgültig, wie wir derer gedenken, die uns verlassen haben.
Man darf unsere Toten nicht dem Blickfeld der Gesellschaft entziehen.
Wir sind froh, daß es konkrete Orte der Trauer für Menschen gibt, die wir verloren haben und die wir vermissen.
Uns hilft es, wenn der Name auf einem Grabstein ist - und nicht nur im Herzen.

Grabsteine erzählen Geschichten, auch die von fremden Menschen.
Man sieht, daß jemand besonders jung oder alt geworden ist, grübelt, wie er wohl sein Leben gelebt hat...

Denn nur der ist klug, heißt es in den alten Psalmen der Bibel, der weiß, daß er selber einmal sterben muß.
Deshalb wäre die privatisierte Ausstell- und Wegwerfurne ein pietätloses Armutszeugnis für unsere Zivilisation.
Sie raubt den Verstorbenen die letzte Ehre und nimmt uns ein wichtiges Stück der Kultur des Besinnens und Gedenkens.

Es wäre eine Bankrotterklärung, wenn wir in einer Gesellschaft, die ohnehin immer gleichgültiger wird, nun auch noch die Bindung an die preisgeben, die uns vorausgegangen sind.
Und von denen wir - im umfassendsten Sinn - das Leben haben.


An dieser Stelle möchte ich mich auch im Namen der so zahlreichen Besuchern meines Hilfswerkes vom Kranken zum Kranken bei allen Stammbesuchern herzlichst für diese so hilfreichen wertvollen Zusendungen bedanken.

Dabei möchte ich Sie aber bitten mir immer auch die Quellen, sprich AutorInnen, zu benennen, denn sie haben gutes Recht hier benannt zu werden!!
Auch diese eindrucksvollen Zeilen wurden mir zugemailt, wobei der Stammbesucher mir leider die Quelle nicht mitgeteilt hat.

Möge der Herr Ihnen, liebe Besucher meiner Seiten, stets die Kraft und Gesundheit bescheren, damit auch sie den Menschen noch viel Hilfe und Unterstützung geben können.





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