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* BESINNLICHES * von Wolf-Alexander Melhorn
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NEUE Serie Prosalyrik
Mancher sagte, es sei Lyrik, andere bezeichneten es als Prosa. Daher nenne ich es Prosalyrik
Teil 4 |
Heilpraktiker Wolf-Alexander Melhorn
dipl.rer.pol. Geboren am 30. 4.1941 in Berlin Abitur in Stuttgart Studium der Volkswirtschaft in Tübingen Tätigkeit in der Industrie Seit 1979 als Heilpraktiker in eigener Praxis Verheiratet seit 1979, 7 Kinder. Seit 1984 wohnhaft in Ellwangen/Jagst
* www.melhorn.de/Prosalyrik *
Wolken schwammen träge um die Sonne, trieben fett danach von dannen. Das Einzige, was sich bewegte.
„Schau den...“ Er sagte es zu ihm, dem nebendran.
Doch hatte der ihn längst gesehen.
Er tänzelte im Stand. Sich ordentlich Bewegung machen, locker werden! Den Blick dabei, wo er ihm hinbefohlen.
Rasch fasste ihn des Grabens Feuchte wieder. Erstarrte ihn erneut. Nur spielten ihm die Finger weiter an der Waffe, die wartend ihm beiseite lag.
Die Moral sei gut. So sagten die, die was davon verstehen wollten.
Es wussten folglich alle, wie wichtig es für ihre Menschheit war, an diesem Ort den Boden um und um zu pflügen, ihn satt mit Blut zu tränken und Leichenfetzen einzubringen. Für Früchte, die hier Ehre hießen, Treue, Vaterland.
In einer Selbst- und Pflichterfüllung, bestellten sie den Acker, als wären dieser Völkerfeindschaft Schulden zu begleichen!
In Wahrheit hatte die sich nur, in Vorzeit, für sie eingegraben, ihnen vorgeschanzt - um dann auf sie zu warten,
ein Leben lang!
Und damals schon, für sie, auch Kreuze ausgesät!
Die jetzt erst, - endlich! - die blutgeweihte Krume sich durchbrechen durften.
Bis ganze Wälder davon standen!
So wuchs der Zukunft Neues!
Es gab für sie daher nur Warten! Stellung halten einem Sieg!
Bis irgendeiner wieder Fähnchen auf der Karte schob!
Dann rannten Melder durch die Gräben und Telefone ließen wissen, ein neues Blutfest sei zu feiern, in ihrer Götterhalle, dem Irgendwo und Niemandsland des Gestern und für Morgen.
Beim Aufspiel stets die gleichen Töne, die irgend wann den Willen brachen, so dass die dumpfe Angst zum Beten wurde: Lass die doch endlich kommen! Mann für Mann! Damit ich sehe, wen dieses Mal das Los bestimmte, sich dieser Wahl zu stellen, zu töten
oder selbst zu sterben!
Tot? – "Was denkst du?"
Der andre nickte kühl. Zwar schafften wirklich welche, sich qualvoll einen Tag lang tot zu stellen, um in der Nacht zurück
in eine neue Lebensfrist zu kriechen, doch tasteten, an diesem, - ihrem - endlos langen Tag, sehr viele Augen solche unermüdend ab, bereit, schon den Verdacht mit einer Kugel abzustrafen. Denn wenn hier alle sterben sollten, so galt es auch, sein Glück sich zu erleiden!
„Bin nicht so sicher. Liegt nicht so!“
Sie könnten das durch eine Kugel klären. Doch das war sorgsam abzuwägen. Zwar brauchen Tote keine Ruhe, doch danach war zu melden, warum sie eine Kugel wert.
Wer hier Gewissheit haben wollte, der musste selbst was setzen. Ein Reiz, den sich nicht jeder leben konnte, denn Zielfernrohre würden es entscheiden!
Doch war der Einsatz nicht vergebens! Denn jeder hatte was dabei - wie sie ja auch! - von denen, die da draußen lagen! Irgendwas,
das ihm gerade hier sehr wichtig! Vielleicht ein Foto! Briefe - ganz eigene Erinnerung, die einer für sich hatte! Die nahm er in den Angriff mit, auch dass sie ihm sein Leben schütze. Wenn nicht,
ihm seinen Tod begleite.
Und all das ließ so einer dann zurück, Beweise seiner Seele! Die galt es sich zu greifen.
Und der Gewinner konnte damit tun, was für ihn selber wichtig war.
Das war schon was, an solchen Tagen!
Er legte hastig ab, was ihn behindern konnte. Sprach auch nicht mehr. Hielt nur den Körper, wie den Blick, straff mit dem Ziel verbunden, als zwinge er sich Wiederkehr.
Dann war er draußen!
Glitt durch den Stacheldraht. Zu diesem Leib, der vor ihm lag, ihm abgewandt, als schlafe er sich für die Rückkehr aus.
Schweiß klebte ihn zusammen, brannte seine Augen.
Aufdrängend rieb der Wind, nur jetzt, für ihn, die Gräser in der Stille. So wusste er, mit jeder Faser, - hier und jetzt! - dass er doch wirklich lebte!
Er drehte sich den Kerl herum. Behutsam, dass ihn die Zielfernrohre nicht erfassten.
Doch plötzlich schlug, mit einem Ruck, der Kopf zu ihm herum! Hirn überschwappte wabbelnd seine Hände, bevor die so geleerte Höhlung sich gleichsam gierig in das Erdreich fraß.
Und Fliegen summten um ihn vor Empörung.
Was für ein Arschloch bist Du eigentlich? hielt ihm der Ekel würgend vor.
Und doch! Erst musste er noch etwas haben! Sonst höhnten ihn die andern, Wenn er es nur für nichts getan.
Hastig griff er sich durch Stoff und Fleisch, um irgend was zu finden, das ihm erlaubte, dies alles wieder abzubrechen. Befühlte schließlich Unbekanntes und zog es sich aus allem raus.
Er sah sich an, was, mit Gekröse, blutig seine Finger hielten.
Ein Kreuz!
So Scheiße hatte der dabei! Das alles also für so Nichts!
Und doch! Er brauchte den Beweis! War er doch viel zu feige, noch einmal in den Haufen einzugreifen.
Und Silber war es schließlich auch!
Das Trommelfeuer kündete die Angriffswelle, zerschlug verächtlich jede Wehr aus Stacheldraht und Panzersperren, um das Gespinst von schmalen Gräben. Reihte berstend seine Trichterketten.
Einer sprang in die hinein, als ihn der Angriff hergetrieben.
Doch wich ihm diese Deckung rasch zurück, denn Morgen zwängte sich schon aus der Nacht. Und er begriff, hier könne er nicht länger bleiben.
Zumal er nicht alleine war!
Fluchend drängte er den anderen zur Seite. Der Gegenangriff stand bevor! Doch dieser Kerl da wich ihm nicht.
Ungehalten schob er ihn sich weg. Griff dabei schmerzhaft auf Metall, als habe der sich noch gewehrt.
Kurz blickte er in seine Hand - sah dieses Kreuz.
„Silber“ knurrte er, fast schon verlegen, weil von den Seinen einer sah, wie er so Kram sich in die Tasche schob.
Hier wuchsen nun mal solche Kreuze!
Kranker für Kranke bedankt sich herzlich bei Herrn Melhorn für das zur Verfügung stellen seiner Werke 
  TIPP
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