Kranker für Kranke * BESINNLICHES *


Alle mal nachdenken

Etwas zum Nachdenken
Ein Stammbesucher hat mir das zugesendet.
Aufgeschnappt aus einer Sonntagszeitung

AutorIn: wurde nicht benannt

Wie Deutschland verwahrlost

Diese Kolumne ist nichts für zarte Gemüter.
Sie sollten sie nicht zum Frühstück lesen.
Ich will Ihnen vor Augen führen, wie unsere Gesellschaft verwahrlost und wie die edle Tugend der Toleranz von Feigheit und Gleichgültigkeit abgelöst wird.
Wir müssen der skandalsüchtigen Boulevardpresse dankbar sein, dass sie jeden Fall von Kindesmisshandlung und Kindestötung in fetten Lettern anklägerisch und mit Fotos belegt auf die Titelseiten hebt und dass solche Untaten sich nicht mehr auf den hinteren Zeitungsseiten verstecken.
Es gibt Skandale, mit denen der Bürger rücksichtslos konfrontiert werden muss, weil sie zeigen, wie weit unsere Gesellschaft schon verwahrlost ist.

Da wiegten wir uns in der Gewissheit, dass in Deutschland die Schulpflicht längst durchgesetzt sei, und mussten im letzten Jahr doch erfahren, dass einige Jugendämter zwar ein paar Briefchen schreiben, wenn ein Kind nicht in der Schule erscheint.
Damit hat sich's.
Weiter fragt niemand nach.
Behörden können so gleichgültig sein wie die Nachbarn, die zu Misshandlungen in der Nebenwohnung schweigen, weil sie keinen Ärger wollen.
Die Ausrede "Was gehen mich die anderen an, sollen sie doch selber sehen, wie sie mit sich fertig werden" ist eine Absage an das Verantwortungsgefühl, das eine Gesellschaft zusammenhält.

Die Unverantwortlichkeit hat System.
Wer erinnert sich noch, dass nach jedem Angriff mordlustiger Kampfhunde auf Kinder oder andere Wehrlose das Verbot dieser Hundehaltung versprochen, dass Leinen- und Maulkorbzwang verordnet wurden und dass dies jeweils schon ein paar Monate später keinen mehr kümmerte.
Irgendein Richter oder Behördenvertreter findet sich immer, der im Konfliktfall die Freiheit der Beißmaschinen und ihrer Halter höher bewertet als die körperliche Unversehrtheit der Opfer.

Ich verteidige die Tugend der Toleranz.
Jeder soll nach seiner Fasson selig werden.
Der Staat und seine Bürger haben zu tolerieren, an welchen lieben Gott auch immer ihr Nachbar glaubt und wenn neben der Kirche eine Moschee gebaut wird.
Sie haben zu tolerieren, wenn Männer nur Männer oder Frauen nur Frauen lieben.
Und es dürfte dem Staat auch egal sein, ob seine Bürger nun barhäuptig oder mit Kopftuch, Kippa, mit Turban, mit Hut oder Nonnenschleier über die Straßen spazieren.
Nicht tolerierbar ist dagegen der Verstoß gegen Gesetze oder sittliche Normen.
Da drücken zu viele aus Feigheit oder Desinteresse gern mal ein Auge zu.

Auf der Straße herrscht das Gesetz des Stärkeren, wenn in bestimmten Stadtvierteln Bürger den Fußweg wechseln, weil sie sich vor Skins oder Pulks ausländischer Rüpel ängstigen müssen.
Nicht tolerabel ist, wenn ein Sozialsystem, das einst die Schwachen schützen sollte, inzwischen Generationen von Langzeitarbeitslosen produziert, die mangels Bildung und Leistung in Parallelgesellschaften abgleiten.
Dort entstehen die Brutstätten von Haltlosigkeit und Gewalt, die sich zuweilen einen religiösen Anstrich geben.
Die ersten Opfer sind Frauen und Mädchen, die man sich wie Leibeigene hält.
In Frankreich ist mit den Einwanderern auch die Polygamie in die Trabantenstädte gezogen.
Wo der Staat auf die Einhaltung europäischer kultureller Normen verzichtet, fördert er aus missverstandener Toleranz die Verwahrlosung ganzer Bevölkerungsgruppen.
Wer will seine Kinder zu Pflichtbewusstsein und zum sorgfältigen Umgang mit eigenem oder fremdem Gut erziehen, wenn er mit ihnen durch Städte geht, in denen jede zweite Fassade mit Graffiti verschmiert ist und in denen S- und U-Bahn-Waggons täglich verunstaltet werden, ohne dass jemand ernsthaft dagegen vorgeht.

Gleichgültigkeit ist der Kern aller Katastrophen.
Jugendliche erleben schon in den ersten Jahren, dass Gewalt auf dem Schulhof und Diebereien schulterzuckend hingenommen werden.
Die Staatsgewalt toleriert, wenn ständig gegen Regeln verstoßen wird.
Eine Stadt ist keine Puppenstube.
Aber wenn auf den Straßen Berlins täglich 55 Tonnen Hundekot landen - in Harnburg sind es 15 Tonnen - und dies von Staats wegen zwar unter Strafe gestellt, aber niemals geahndet wird, dann verwahrlosen die Städte durch die Gleichgültigkeit ihrer Bewohner.

In einer Gesellschaft, die die zunehmende Verschmutzung des öffentlichen Raums und die Belästigung ihrer Bürger hinzunehmen bereit ist, wundert es nicht, wenn die öffentliche Missachtung des anderen zum Gesellschaftsspiel wird.
Auch Fernsehen wird zum verwahrlosten öffentlichen Raum.
In Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar" werden wehrlose und leicht debile Kandidaten gedemütigt und mit Fäkalinjurien beschimpft.
Wer keinen Anstoß daran nimmt, dass TV-Idol Dieter Bohlen von "so was" spricht, wenn er Menschen meint, hat Menschenverachtung schon als Gewohnheitsrecht akzeptiert.

In Vorstädten, auf Straßen und in Schulen zeigt die Gesellschaft ihr wahres Gesicht - nicht in Parlamenten, in Ministerien und auf Parteiversammlungen.
Friedrich der Große hat Recht, obwohl er Preuße ist:
"Toleranz muss jedem Bürger die Freiheit lassen, zu glauben, was er will.
Aber sie darf nicht so weit gehen, dass sie Frechheit und Zügellosigkeit gutheißt."

Dann wird sie zur Gleichgültigkeit,
und gegen Gleichgültigkeit gibt es nur eins:
null Toleranz.

Möge es der/die AutorIn Kranker für Kranke verzeihen, daß Ihr so zutreffender Beitrag aus einer Sonntags-Zeitung auch hier der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde.



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